Gesundheitsserie Teil IV: Muskeln und Knochen

Ob schreiben, streicheln oder rennen – jede Tätigkeit erfordert ein Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen. Unser Bewegungsapparat ist eine geniale Konstruktion. Aber auch anfällig. Wir sagen, wie Sie beweglich bleiben.

  • Muskeln und Knochen sind ein wahnsinnig gutes Team.

Der Mensch will vorankommen. Also liess er seinen Erfindergeist wirken. Er entwickelte Autos, Flugzeuge und Raketen. Sein genialstes Fortbewegungsmittel aber hat ihm die Natur geschenkt. Den eigenen Körper. Über 200 Knochen und Knöchelchen; bewegt durch Muskelkraft; fein justiert durch winzige Gelenke, Sehnen und Bänder.

«Unser Körper ist eine aussergewöhnliche Erfindung», sagt Hans Jörg Häuselmann, Rheumatologe am Zentrum für Rheuma- und Knochenerkrankungen in Zürich. «Mit seiner Hilfe sind wir mobil, können rennen, klettern und schwimmen, fest zupacken genauso wie zart streicheln.» Mutter Natur muss eine begabte Baumeisterin gewesen sein, denn unseren Bewegungsapparat hat sie klug entworfen.


Knochen als Gerüst
Als Gerüst dienen Knochen, die sich zu einem Skelett zusammenfügen. Der winzigste von ihnen, der sogenannte Steigbügel im Innenohr, ist gerade mal drei
Millimeter lang. Der grösste und stärkste ist der Oberschenkelknochen mit rund 50 Zentimetern Länge. Hunderte von Knochen, das klingt nach einer grossen Masse. Schwer ist unser Gerippe deswegen nicht. Im Gegenteil. Bei einem normalgewichtigen 70-Kilo-Mann machen die Knochen nur etwa 8,4 Kilogramm aus. Das ist nicht viel, bedenkt man, dass unser Gerüst somit achtmal sein eigenes Gewicht durch die Gegend trägt.

Den Kraftakt vermögen die Knochen zu vollbringen, weil sie raffiniert konstruiert sind. Kompakt ist bloss ihre äussere Schicht. «Das Innere besteht aus einem luftigen Gebilde aus feinen Balken und Streben», erklärt Hans Jörg Häuselmann. Diese Konstruktion macht die Knochen besonders stabil. Sie setzte sich auch in der Architektur durch. So nahm etwa der Franzose Gustave Eiffel unseren Knochenbau zum Vorbild, als er 1886 das 300 Meter hohe Pariser Wahrzeichen errichtete.

Starr und leblos aber ist ein Knochen keineswegs. Er besteht vielmehr aus lebendem Gewebe, das sich durch das Einlagern von Kalzium immer wieder aufund abbaut. «Auf diese Weise erneuert sich unser Gerippe im Lauf eines Lebens drei- bis viermal», sagt Hans Jörg Häuselmann. Für den Erneuerungsprozess brauchen die Knochen ausreichend Kalzium. Das nehmen wir vorwiegend über die Nahrung zu uns. Viel Kalzium steckt etwa in speziellen Mineralwässern sowie in Milchprodukten und grünem Gemüse. Aber auch Vitamin D fördert die Aufnahme des Knochenminerals. Es wird  normalerweise in unserer Haut gebildet, wenn die Sonne scheint.

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