Fünf Kilogramm weniger zeigte die Waage von Michael Lips innert kurzer Zeit an. Eine Saftdiät brachte den gewünschten Gewichtsverlust – und bald darauf den Misserfolg: «Nach wenigen Wochen hatte ich das Gewicht wieder, zudem war mir das Safttrinken und Körnerpicken gründlich verleidet», erzählt der 45-Jährige.
Eine typische Erfahrung: Viele Diäten schränken zu sehr ein und taugen nichts. Oft ist der grösste Teil des Erfolges auf den Wasserverlust zurückzuführen. Das lässt zwar die Waage schnell reagieren, aber der Körper holt sich die verlorene Flüssigkeit wieder zurück. Wer wie Michael Lips eine vermeintliche Wunderdiät durchgehalten hat, geniesst deshalb meist nur ein kurzes Glück. Mühsam abgehungerte Pfunde sind nach wenigen Wochen wieder da, oft sind sogar neue dazugekommen. Ein Teufelskreis beginnt: Eine erfolglose Diät folgt der nächsten, sie werden zum Mitverursacher des Übergewichts.
Abnehmen mit Früchte und Gemüse
Verbraucht der Körper beim Abnehmen Eiweissreserven, baut er Muskelmasse ab. Doch gerade Muskeln verbrennen als «Motor des Körpers» die meisten Kalorien. Ein kleinerer Motor verbraucht weniger Energie. Wer nach einer Diät zu seinen üblichen Essgewohnheiten zurückkehrt, nimmt deshalb wieder zu.
Diesem sogenannten Jo-Jo-Effekt entgeht nur, wer sein Ess- und Trinkverhalten dauerhaft umstellt. «Erstaunlich viel lässt sich schon erreichen, wenn wir zucker- oder alkoholhaltige Getränke durch Wasser ersetzen», sagt die Ernährungsberaterin und Diatköchin Cornelia Anderes. «Wer fünfmal am Tag Früchte oder Gemüse zu sich nimmt, hat weniger Hunger auf ungesündere Lebensmittel.» Und eine weitere bei vielen unbeliebte Wahrheit: Ohne regelmässige Bewegung auf einen gesunden Energiehaushalt zu kommen ist kaum möglich.
Wunderdiäten sind verlockend, weil sie viel versprechen: Jede Menge Pfunde sollen schnell und zugleich ohne Mühe schmelzen. Solche Wünsche sind mit der Realität nicht zu vereinbaren. Denn ein Kilogramm Körperfett pro Woche zu verlieren ist schon eine beachtliche Leistung. Ein Kilogramm Fett hat 7000 kcal und entspricht damit 14 Tafeln Schokolade oder 25 Bratwürsten. Um diese Energiemenge zu verbrennen, muss ein gesunder Mensch 7,5 Stunden Treppen steigen.
Empfohlene Diäten
Wer gesund abnehmen will, muss sich also mehr bewegen und dem Körper weniger Kalorien zuführen. Dazu können ausgewogene Diäten beitragen. Ein allgemeingültiges Abnehm-rezept gibt es dabei leider nicht. Empfehlenswert sind alle Diäten, die langfristig angelegt sind und Bewegungsprogramme beinhalten. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Konzepte wie die Volumetrics-Diät, «Ich nehme ab», «New Life Diät Club», «PreCon», «Profiline», «Weight Watchers» oder «eBalance».
Neues Lebensgefühl
Michael Lips hat inzwischen seinen Weg gefunden. Für ihn als Computerfan war das Internetprogramm eBalance das Richtige. «Schnell konnte ich auf dem Handy kurz eingeben, was ich gegessen habe, und sah, wie es mit meinem Kalorienbudget aussieht. War ich darüber, gab es nur eins: Turnschuhe anziehen und joggen.» Das brachte ihm im Verlauf eines Jahres ein ganz neues Lebensgefühl.
21 kg weniger bringt er mittlerweile auf die Waage und hält sein Gewicht. Mit einer Grösse von 1,75 m und 74 kg fühlt sich Michael Lips nun rundum glücklich, das Laufen gehört für ihn jetzt zum Tagesprogramm.
Woran erkenne ich fragwürdige Diäten?
Misstrauen ist geboten bei einer täglichen Energiezufuhr unter 1500 kcal; bei einer einseitigen Lebensmittelauswahl; wenn von negativen Kalorien oder «Fatburnern» die Rede ist oder die Gewichtsreduktion mehr als 1 kg/Woche beträgt; wenn das Abnehmen ohne Gewohnheitsänderungen erfolgen soll oder mit Erfolgsgarantien, Prominenten oder Vorher-Nachher-Bildern geworben wird; wenn die Methode nur auf dem Verkauf von Produkten basiert oder das Mitmachen an eine vertragliche Verpflichtung gebunden ist.
MEHR ZUM THEMA
«Diäten» ist das Hauptthema der nächsten «Puls»-Sendung vom Montag, 9. Januar 21.05 Uhr auf SF 1.

























