Jeder Fötus kostet die werdende Mutter einen Zahn. Dieser Volksglaube hält sich hartnäckig. Das Kind brauche für den Knochenbau viel Kalzium, und dieses hole es sich aus den Zähnen der Mutter, heisst es. Dies macht aber wenig Sinn. Wenn überhaupt, so käme das Kalzium für das Skelett des Babys nicht von den Zähnen, sondern von den Knochen der Mutter. Die Zellen in den menschlichen Knochen bauen sich nämlich ständig ab und wieder auf. Das darin enthaltene Kalzium steht dem Organismus des Fötus und der Mutter zur Verfügung.
In der Schwangerschaft haben aber viele Frauen tatsächlich Probleme mit den Zähnen. Die Zusammensetzung des Speichels und der Speichelfluss verändern sich ebenso wie der Hormonhaushalt. Dadurch lockert sich das Zahnfleisch und wird stärker durchblutet. Häufiges Erbrechen in den ersten Monaten greift die Zähne zusätzlich an. Dadurch erhöht sich das Risiko von Karies und Zahnfleischentzündungen. Doch deshalb muss die werdende Mutter noch lange keinen Zahn verlieren.
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