Meine beiden Töchter wohnten im gleichen Haus und sind beide verheiratet. Beide verdienen recht gut und gingen abends gern zusammen etwas trinken. Nur die Männer machen nicht so recht mit. Sie waren eifersüchtig auf die gute Beziehung der Frauen, vor allem der eine. Er ist eifersüchtig und sät Streit, behauptet, es würde Geld vor ihm verheimlicht. Der Streit eskalierte, und meine Töchter reden kaum mehr miteinander. Der Mann hat erreicht, was er wollte: Seine Frau gehört ihm nun ganz allein. Sie ziehen sogar in eine andere Wohnung. Ich sehe, wie beide Töchter langsam zunehmen, ihr Strahlen verlieren und sich mehr und mehr dem Diktat ihrer Männer unterwerfen. Ich sehe zu, wie beide unter der Trennung leiden, aber nicht die Kraft finden, sich gegen die Ehemänner zu stellen und wieder aufeinander zuzugehen. Was kann ich tun?
Helga, 67
Liebe Helga
Früher konnten Ihre Töchter gut zusammen arbeiten. Dann kamen die Männer, nahmen den Frauen ihr Geschäft aus der Hand und trieben erfolgreich einen Keil zwischen Ihre Töchter. Anstatt diesen Mechanismus zu durchschauen, überliessen die beiden den Männern das Sagen und stellten sich hinter sie. Dabei ging die tiefste und langjährigste Bindung, die zwei Menschen miteinander haben können, in die Brüche. So etwas nimmt die Psyche nicht ohne ihren Tribut hin. Beide leiden, was Ihnen als Mutter das Herz bricht. Sie könnten zwei Dinge tun. Einmal können Sie den beiden diesen Mechanismus aufzeigen.
Das allein reicht aber nicht. Als Zweites könnten Sie die beiden bei jeder Gelegenheit stärken, indem Sie Ihre guten Eigenschaften und verborgenen Kräfte betonen. Sich auf die Schwesternliebe zurückzubesinnen hiesse ja für Ihre Töchter, eigene Fehler einzugestehen und auch einmal gegen den eigenen Ehemann Stellung zu beziehen. So was können nur gestärkte und mutige Frauen.
Dr. phil. Christine Hefti ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und Mutter einer schulpflichtigen Tochter. Sie hat eine Praxis für Einzel-, Paar- und Familientherapie in Dietikon ZH.






























