Lebensberatung: Bequemer Ehemann

Was tun, wenn der Ehemann bei seinen Eltern wohnen bleibt - 20 Jahre lang? Dr. phil. Christine Hefti ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP beantwortet Leserfragen.

Ich lebe mit meinen Kindern seit gut 20 Jahren in meinem kleinen Häuschen, mein Mann lebt in seinem Elternhaus. Als mein erstes Kind zur Welt kam, sagte mein Mann, ob es mir etwas ausmache, wenn er weiterhin bei seinen Eltern wohne. Seine Mutter brauche seine Pflege. Ich liess ihn gehen, ging jedes Wochenende vorbei, pflegte seine Mutter, kochte, putzte. Als sie nach 2 Jahren starb, sagte mein Mann, er könne den Vater doch jetzt nicht allein lassen. In der Zwischenzeit bekamen wir unser zweites Kind. Nun sind wieder 10 Jahre vergangen, und mein Mann wohnt immer noch dort. Er hat zu unseren Kindern keinen Draht, unternimmt nichts mit ihnen, hilft mir nichts, sondern lässt sich nur bedienen. Er sagt zwar, er liebe mich und die Kinder. Ich habe – obwohl mein Mann nicht einverstanden ist – nun eine Teilzeitstelle gefunden. Die Arbeit ist Erholung für mich. Ich weiss nicht, ob ich die Scheidung beantragen soll, wenn die Kinder aus der Schule sind.
Heidi, 52

 

Liebe Heidi
Ja, es gibt Ehepaare, die vorübergehend einen getrennten Wohnsitz haben, etwa weil der Arbeitsort eines Partners oder die Pflege eines kranken Elternteils dies erfordert. Damit eine solche Ehe funktioniert, ist die Qualität der Beziehung entscheidend: Ist diese von gegenseitigem Respekt und Verständnis getragen? Sind die Partner aufmerksam, interessiert und zärtlich? Haben sie ein gemeinsames Interesse? Kann jeder seine Wünsche einbringen und sich entfalten, oder muss sich der eine immer anpassen? In Ihrer Ehe scheint mir eher das Letztere der Fall. Klar, «liebt» Sie Ihr Mann, aber auf seine Art. Er ist nicht in der Lage, sich für Ihr Wohl oder dasjenige der Kinder zu interessieren. Offenbar ist Ihnen nun Ihre Rolle als Haushälterin über die Jahre doch verleidet, und Sie haben angefangen, zu Ihren Bedürfnissen zu stehen und Ihr Leben selbst zu gestalten. Dazu gehört natürlich, auch einmal Nein zu sagen, wenn sich Ihr Mann bei Ihnen an den Tisch setzen will. Sie brauchen diesen Weg lediglich weiterzugehen, dann wird alles gut.

Dr. phil. Christine Hefti ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und Mutter einer schulpflichtigen Tochter. Sie hat eine Praxis für Einzel-, Paar- und Familientherapie in Dietikon ZH.

 

Sie können mehrere Adresse einfügen, trennen Sie diese mit Kommas.
Empfehlung von (Ihr Name)
(Ihr Name) möchte Sie auf einen Inhalt der Webseite schweizerfamilie.ch aufmerksam machen.
Die E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt

Familienfreundliche Restaurants

Schweizer Familie auf Facebook

Fan werden

Ausflugs-Börse

Für jeden etwas dabei