Bei den Promis sieht es ganz einfach aus: Klatschpostillen führen sie uns als Superfrauen vor, die spielend Beruf, Familie und Haushalt unter einen Hut bringen - und dabei auch noch umwerfend aussehen. Im richtigen Leben ist es anders. Seit in vielen Familien Mutter und Vater berufstätig sind, ist die Belastung durch Berufsleben, Haushalt und Kindererziehung enorm gewachsen. In manchen Familien bleibt die Hausarbeit trotz Berufstätigkeit fast vollständig an den Frauen hängen. Das bestätigen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik über die Anzahl von Stunden, die Männer und Frauen mit Hausarbeit verbringen. Dabei wäre es mit etwas gutem Willen und einer guten Organisation durchaus möglich, die Hausarbeit auf die ganze Familie zu verteilen. Dass das nicht passiert, daran sind die Frauen selbst nicht ganz unschuldig, wie Franziska Bischof-Jäggi, Geschäftsführerin Familienmanagement GmbH in Zug und Mutter von drei kleinen Kindern, im Interview erklärt.
Schweizer Familie:
Warum bleibt die Hausarbeit in vielen Familien an den Frauen hängen?
Franziska Bischof-Jäggi:
Zu einem Teil liegt das an den Frauen selber. Wir delegieren zu wenig, weil wir überzeugt sind, dass nur wir fähig sind, etwas «richtig» zu machen. Dabei spielt es doch keine Rolle, ob das Salatbesteck wirklich immer am selben Ort versorgt ist. Hauptsache, die Küche ist wieder in Ordnung, und die angefallene Arbeit ist auf mehrere Hände aufgeteilt worden. Unser Perfektionismus macht es Männern und Kindern wirklich nicht leicht, einzusteigen und zu übernehmen. Statt Freude zu zeigen, zu danken oder gar zu loben, dass uns etwas abgenommen wird, können wir Frauen prima kritisieren und besserwissend auf Details hinweisen.
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