Das Schweizer Bildungssystem – Ein Überblick

Das Schweizer Bildungssystem bietet unzählige Möglichkeiten. Wir zeigen die Wege, Umwege und Abkürzungen im Ausbildungsdschungel.

  • Schule fertig – Wie weiter?

Er hätte gerne studiert, erzählt der Nachbar. Doch nach Sekundarschule, Lehre und Meisterprüfung war vorerst Schluss. Der Besuch einer privaten Handelsschule verhalf ihm Jahre später noch zu den Kenntnissen, die er als Inhaber einer Firma benötigte. Das Studium blieb ein Wunschtraum. Seine Enkelin hat es leichter. Wenn auch die kantonalen Unterschiede nicht überall aus dem Weg geräumt sind – und an den Anschlüssen vor allem neuer Berufe noch zu feilen ist –, grundsätzlich ist das Schweizer Bildungssystem durchlässiger geworden. Eine Ausbildung kann in einer neuen münden. Sackgassen soll es keine mehr geben. Aus- und Weiterbildung sollen ein Berufsleben lang möglich sein.

Immer noch entscheiden sich zwei Drittel der Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit für eine Berufslehre. Sie haben die Wahl unter rund 230 Lehrberufen und können sich nach Abschluss der Lehre weiter spezialisieren oder vertiefen. 400 verschiedene Berufs- und höhere Fachprüfungen und rund 400 Bildungsgänge an Höheren Fachschulen stehen ihnen zur Wahl. Die Berufsausbildung der Schweizer ist top. Auch im internationalen Vergleich können die jungen Berufsleute mithalten. 17 Medaillen holten sie letztes Jahr an der Berufs-Weltmeisterschaft in London. 90 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz verfügen über einen Abschluss der Sekundarstufe II.

Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung verfügt über einen Abschluss im tertiären Bereich. Die Hälfte von ihnen hat einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, die andere Hälfte qualifizierte sich mit einem praxisnahen Abschluss an einer Höheren Fachschule oder durch eine höhere Fachprüfung (siehe Grafik Seite 46). Auch ihnen stehen wieder neue Wege offen.

Doch die grosse Durchlässigkeit, die fast unbegrenzten Berufsmöglichkeiten und die Tatsache, dass man sich ein Leben lang in einem unabgeschlossenen Ausbildungsstand befindet, können auch verwirren, Entscheide zur Berufswahl erschweren und bei Jugendlichen und Eltern einigen Stress verursachen. Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Führer durch den Dschungel der Möglichkeiten.

Brückenangebote
Das 10. Schuljahr oder andere Brückenangebote helfen, wenn es schwerfällt, eine berufliche Entscheidung zu treffen. Wer noch keine Lehrstelle gefunden hat, kann das Jahr nutzen, um fehlende Qualifikationen, etwa Fremdsprachen, zu erwerben und seine Stärken und Schwächen besser kennenzulernen.

➜ Au-pair-Vermittlung: www.profilia.ch, www.aupair.ch
➜ Sprachjahr in der Schweiz: www.didac.ch

In verschiedenen Kantonen gibt es Angebote, die praktische Arbeit (Bauernhof, Privathaushalt, Pflege, Hauswirtschaft, Kinderbetreuung) mit Unterricht kombinieren.

➜ Solothurn: www.startpunktwallierhof.ch, Aargau: www.berufsbildung.ag
➜ Weitere Brückenangebote: www.sozialjahr.ch und www.berufsberatung.ch

Berufliche Grundbildung

Attest: Die 2-jährige Attestlehre richtet sich an praktisch begabte Jugendliche.
Wie weiter: Das eidgenössische Attest gewährt den Zugang zu einer 3- oder 4-jährigen Grundbildung (Lehre).

Lehre: ⅔ der Schulabgängerinnen und -abgänger machen eine 3- oder 4-jährige Lehre, eine Kombination aus praktischer Ausbildung im Lehrbetrieb und in
der Berufsschule. Abgeschlossen wird mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis.
Wie weiter: Das Zeugnis berechtigt zum Besuch einer Höheren Fachschule und/oder zum Ablegen von eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen (Meisterprüfung).

➜ Passende Lehrstelle suchen:

Höhere Fachschulen
Die Ausbildung an einer Höheren Fachschule kann je nach Schule berufsbegleitend oder vollzeitlich absolviert werden und dauert zwei oder drei Jahre. Ein Studium ist in 52 Studiengängen aus 8 Bereichen möglich:

1. Technik
2. Wirtschaft
3. Gastgewerbe, Tourismus, Hauswirtschaft
4. Land- und Forstwirtschaft
5. Gesundheit
6. Soziales, Erwachsenenbildung

Sie können mehrere Adresse einfügen, trennen Sie diese mit Kommas.
Empfehlung von (Ihr Name)
(Ihr Name) möchte Sie auf einen Inhalt der Webseite schweizerfamilie.ch aufmerksam machen.
Die E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt

Familienfreundliche Restaurants

Schweizer Familie auf Facebook

Fan werden

Ausflugs-Börse

Für jeden etwas dabei