Mythen der Schwangerschaft: Von Mozart bis zur Bauchform

Alter Glaube weicht neuen Erkenntnissen.

Mozart vorspielen macht das Kind klug
1993 sorgte eine Studie für Wirbel: Das räumliche Vorstellungsvermögen verbessere sich, wenn man Musik des Wunderkindes Mozart höre. Fortan galt diese Klänge als Mittel, um den IQ von Kindern zu steigern. Schwangeren wurde empfohlen, zum Wohle des Kindes der Kleinen Nachtmusik zu lauschen. Wie Wiener Forscher kürzlich herausfanden, macht das Hören klassischer Musik doch nicht intelligenter. 39 Studien mit über 3000 Testpersonen zeigen, dass die Musik keinen Einfluss auf  das räumliche Vorstellungsvermögen hat. Mediziner raten Schwangeren generell davon ab, sich Kopfhörer auf den Bauch zu setzen: Laute Geräusche, die nicht zur gewohnten Lärmkulisse gehören, können das Kind aufwecken und seinen Schlafrhythmus durcheinanderbringen.

Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn
Wahr ist, dass Schwangere einen erhöhten Kalziumbedarf haben. Wird er nicht gedeckt, können die Zähne darunter leiden. Durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft wird zudem das Bindegewebe schlaffer, und die Blutgefässe können sich erweitern. Deshalb kommt es schneller zu Zahnfleischbluten und  Entzündungen des Zahnbettes (Parodontitis). Schwangere, die auf eine kalziumreiche Ernährung achten, ihre Zähne gründlich reinigen sowie regelmässig zum Zahnarzt gehen, können sich aber auch über die Geburt hinaus an gesunden Zähnen erfreuen.

Die Bauchform verrät das Geschlecht des Kindes
Hohe, runde Bäuche sollen auf eine Tochter hinweisen, spitze und tiefe auf einen Jungen. Diese Volksweisheit haben Wissenschafter als Ammenmärchen entlarvt. Eine Studie hat gezeigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Bauchform und dem Geschlecht des Kindes gibt.

Schwangere sollten für zwei essen
Das ist falsch. Eine werdende Mutter braucht nur 300 Kalorien zusätzlich am Tag. Damit sich das Baby gesund entwickelt, sollte sie auf abwechslungsreiche Mahlzeiten mit genügend Mineralstoffen, Eiweissen und Vitaminen achten.

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