Taschengeld Ratgeber für Eltern

Mit ihrem Taschengeld lernen Kinder frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen.

Das Sackgeld ist für die meisten Kinder ab etwa Schulalter ein Thema. Zwar gibt es kein Gesetz, das den Eltern vorschreibt, dem Nachwuchs ein Taschengeld auszuzahlen. Trotzdem ist in fünf von sechs Schweizer Familien regelmässig «Kinder-Zahltag». «Geld spielt in unserem Leben eine bedeutende Rolle, deshalb ist es wichtig, dass Kinder den Umgang damit frühzeitig üben können», sagt Daniel Wehrli, Initiant von www.kinder-cash.com.

Das ist heutzutage noch entscheidender als früher, denn die Kaufkraft der Kinder hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. In der Schweiz stehen laut Expertenschätzungen Kindern und Jugendlichen jährlich satte 600 Millionen Franken an Taschengeld zur Verfügung. Die sogenannten «Skippies» (schoolkids with income and purchasing power – Schulkinder mit Einkommen und Kaufkraft) sind zu einer bedeutenden Zielgruppe für die Werbung geworden. Wen wunderts, dass sie via Fernseher, Jugendzeitschriften und Internet permanent mit Werbebotschaften berieselt werden? «Um den Verlockungen der Konsumwelt widerstehen zu können, müssen die jungen Konsumentinnen und Konsumenten begreifen, dass grundsätzlich nicht mehr ausgegeben werden soll, als hereinkommt», sagt der Experte Daniel Wehrli.

Genau damit haben viele Jugendliche Mühe, wie eine Untersuchung der AG für Werbemittelforschung Wemf zeigt: Ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen geben mehr aus, als sie einnehmen. Die Schulden bei den Jugendlichen über 13 Jahren betragen im Durchschnitt 500 Franken.

Das Loch in der Kasse eines Teenagers kann langfristig auch zum gesellschaftlichen Problem werden, denn die meisten überschuldeten Erwachsenen machen ihre ersten Schulden vor dem 25. Altersjahr. Und von der Überschuldung sind heute mindestens zehn Prozent der Schweizer Haushalte betroffen, weitere zehn Prozent haben gravierende finanzielle Engpässe. Grund genug, frühzeitig mit der «Gelderziehung» zu beginnen. Verzichten lernen, weil für grössere Wünsche länger gespart werden muss, gehört dabei ebenso dazu wie die Freude erleben, sich oder jemand anderem ein Geschenk mit dem eigenen Geld kaufen zu können. KidsExtraGeld bekommen, sparen und ausgeben ist mit Lust und Frust verbunden, und daran ändert sich auch im Erwachsenenleben nichts.

Ein gutes Hilfsmittel ist das Pro-Juventute- Kinder-Cash-Sparschwein, das getrennte Fächer für Ausgeben, Sparen, Investieren und Gute Tat hat. Und das ganz transparent, sodass man jederzeit den Überblick über den Bestand hat. «Es sind diese vier Elemente, die den Umgang mit Geld ausmachen», sagt Daniel Wehrli. «Und wenn ein Kind das schon früh lernt, hat es gute Chancen, auch als Erwachsener sein Geld im Griff zu haben und nicht in die Schuldenfalle zu tappen.»

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