Sie duften nach Zitronengras, Minze und Orange Spice, sind Körper-, Haar- oder Peelingseifen. Und im Winter zieht Beat Urech manchen Seifen, die er in rosa in der Schreinerei seines Vaters herstellt, sogar ein Wollmützchen über. Und hängt ihnen eine kleine Kordel um den Bauch. «Dann sehen sie aus wie ein Kläusli», sagt der gelernte Drogist, der mit dem «Seifenvirus infiziert ist», wie er sagt. Und den Virus auch an seine Eltern weitergab.
Angesteckt hat sich Beat Urech vor sechs Jahren in Wien, als er Friedrich Weiss, den legendären Seifenmacher Wiens, besuchte und dieser ihm versicherte: «Wenn Sie sich mit einer guten Seife waschen, dann fühlen Sie sich wie der König von Frankreich und bekommen eine Schmusehaut!» Wer möchte das nicht? «Also habe ich ein Jahr lang experimentiert, bis ich die erste Rosenseife hatte, die genau so schäumte, wie ich wollte. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl und viel, viel Übung.»
Seifenmachen ist eine alte Kunst, die wieder neu entdeckt wird. Denn wer einmal eine Seife hergestellt hat, weiss, dass Seifen organisch, also beinahe lebendig sind. Und das hat etwas unglaublich Faszinierendes. «Zumal man für dieses alte alchemistische Handwerk kein Labor braucht», sagt Beat Urech. Darum stellen auch immer mehr Hausfrauen in ihren Küchen hobbymässig Seifen her. Sie rühren in den Pfannen, bringen das Fett – meistens Kokosfett –bei 40 Grad zum Schmelzen und giessen vorsichtig die Lauge hinzu. Und auf wundersame Weise entsteht unter ständigem Rühren etwas Drittes – die Seife.
Je nach ätherischem Öl, das sie der Seife nun beifügen, duftet sie sommerlich frisch nach Zitrone, Minze oder Lavendel oder tannig und würzig nach Herbst. Kommen noch Späne von Hölzern hinzu, etwa von Arven, oder ganze Rosmarinblätter, so sind sie ideale Peelingseifen. «Mit Schafsmilch hingegen wird die Seife zarter und schonender, und Rose ist gut für das Gesicht», weiss Beat Urech, der mit seinem Familienunternehmen die ganze Schweiz mit Seifen beliefert.
Kalt gerührte Blockseifen sind nicht nur ökologischer als Flüssigseifen, sondern auch gesund: weil sie rückfettender und damit schonender sind. Ausserdem eignen sich die meisten auch zur Haarwäsche. «Mit einem Stück Seife im Gepäck bin ich versorgt», sagt Beat Urech. «Und zwar vom Scheitel bis zur Sohle.»
DER SEIFENMACHER
Beat Urech, Arosa, 079 515 66 73

























