Mit einem Parfüm ist es wie mit der Liebe», hat Yves Saint-Laurent, der grosse französische Modeschöpfer und Parfümhersteller, einmal gesagt. Und damit zwei Dinge in Verbindung gebracht, die ohne einander nicht sein können: die Liebe und jener besondere Duft, der nur die Liebe umgibt und dem man auf höchst angenehme Weise verfällt.
Vorausgesetzt: Man ist empfänglich dafür. Falls man zu jenen Glücklichen gehört, so ist jede Entdeckung eines neuen Parfüms – ob man zu Weihnachten damit überrascht wird oder zum Geburtstag – der Beginn einer Liebesgeschichte.
«Am Anfang kann man gar nicht genug bekommen von dem Duft», beschrieb Yves Saint-Laurent (1936 bis 2008) dieses erste Rendezvous mit dem aufregend neuen Geruchserlebnis. «Und schon bald möchte man in ihm baden wie in einem Ozean.» Erst mit der Zeit gewöhne man sich an das Parfüm, sodass man es gar nicht mehr wahrnehme. Obwohl der Duft immer da ist, einen ständig begleitet.
Ob süss, herb, blumig oder würzig: Parfüms haben etwas Verführerisches – und zwar im doppelten Sinne. Sie üben sowohl auf die Person, die das Parfüm trägt, als auch auf denjenigen, der den Duft einatmet und ihn damit in sein Innerstes lässt, eine starke Anziehung aus: Das ist ihr tiefer Sinn. Dafür sind sie erschaffen worden.
«An verführerischen Satin und an feinste Spitzen, aber auch an Schauspielerinnen mit eleganten Handschuhen und karminroten Lippen habe ich gedacht, als ich unseren neuen Duft entwickelte», sagt Cammille Goutal, eine erfolgreiche Pariser Parfümeurin, die vor zwölf Jahren das Duftimperium Annick Goutal ihrer damals verstorbenen Mutter erbte. Ihre neueste Kreation trägt den Namen «Mon Parfum Chéri» (siehe Seite 51) und ist ein süsses Liebeswässerchen auf der Basis von Iris, Veilchen, Heliotrop und Patchouli.
Schon das erste moderne Parfüm, eine um 1370 entstandene Mischung aus ätherischen Rosmarin- und Lavendelölen in Alkohol namens «Eau d’Hongrie», das Ungarnwasser, ging als Aphrodisiakum in die Parfümsaga ein. Die Monarchin Elisabeth von Ungarn, damals schon 72-jährig, soll mit dem Duft, den ein Eremit für sie herstellte, den König von Polen betört haben.
Was meint ein Kenner heute dazu? «Der sinnliche Duft unserer Tage hat warme, pudrige oder orientalische Noten. Und betört durch Ingredienzien wie zum Beispiel Vanille, Moschus, Patchouli, Mandel und Ingwer», sagt Jürg Zinsli, Agent für die Düfte von «Il Profumo».
«Auch Männer wollen mit ihrem Parfüm verführen», weiss Zinsli. «Wobei sie darauf achten sollten, dass der Duft zu ihrem Typ passt und ihre Persönlichkeit unterstützt.» Sinnliche Herrendüfte haben wie bei den Damen ähnliche Essenzen, zusätzlich aber noch holzige und rauchige Inhaltsstoffe. Wie Sandelholz, das einen maskulinen Charakter verleiht, und Weihrauch, der für eine tiefe Sinnlichkeit sorgt.
DIE NEUHEITEN
Sehen Sie die neuen Parfüms hier oder im PDF zum Download im grünen Kasten oben rechts.
AUSSTELLUNG IM MUSEUM BELLERIVE IN ZÜRICH
Parfümflakons, Düfte zum Schnuppern und einen Einblick in die Duftentwicklung: Dies bietet die Ausstellung «Parfum – verpackte Verführung» ab dem 2. Dezember 2011 im Museum Bellerive in Zürich. Mehr Infos auf www.museum-bellerive.ch.
Parfüm — Neuheiten zum Verlieben
Die Entdeckung eines Parfüms ist wie der Anfang einer Liebesgeschichte. Zu Beginn bekommt man kaum genug davon, später möchte man nie mehr ohne sein. Die Neuheiten zum Verlieben.
























