Wer an die Schweiz denkt, an unser kleines Land im Herzen Europas, rühmt zuerst zwei Dinge: Unsere Schokolade, die zu den weltweit besten gehört und
auch Naschkatzen im fernen Kasachstan erfreut. Und unsere präzisen, schönen und hochkarätigen Uhren. Doch die Schweiz ist noch für etwas anderes bekannt, nämlich für ihre erstklassigen Produkte, die alle im Dienste der Schönheitspflege stehen und die von Rio bis Mekka beliebt sind. Denn wer sich einmal seine Haare mit einem Shampoo aus Schweizer Kräutern gewaschen hat oder sein Gesicht mit einer Crème auf der Basis von Thurgauer Äpfeln verwöhnen konnte, möchte die Beauty-Elixiere made in Switzerland nicht mehr missen.
«Die Schweiz ist ein Kosmetikland mit langer Tradition. Viele unserer Marken sind schon seit einigen Jahrzehnten rund um den Globus bekannt», sagt Bernard Cloëtta, Geschäftsführer des Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverbandes mit Sitz in Zürich.
Schweizer Kreuz im Badezimmer
So, wie die Schweizer Uhren für Verlässlichkeit stehen, verbindet man mit der Körperpflege made in Switzerland ein Handwerk, das Tradition hat und deshalb für hohe Qualität garantiert. Genau diese Symbiose aus Qualität und Tradition ist das Erfolgsrezept der Schweizer Kosmetika. Denn mit jedem
Döschen, das eine Kundin von Juvena, Weleda oder Gerda Spillmann kauft, erwirbt sie sich auch ein Stück Schweizer Qualitätsbewusstsein. «Und darüber freuen sich die Damen nicht nur hier, sondern sind auch in Dubai stolz, wenn sie in ihrem Badezimmer ein Produkt mit einem Schweizer Kreuz stehen haben», weiss Bernard Cloëtta.
So kommt es, dass über die Hälfte aller Crèmes, Shampoos, Bodylotions und Make-ups, die von den 50 Schweizer Kosmetikherstellern produziert werden,
ins Ausland gelangen. Und in Asien, Südamerika oder auf der Arabischen Halbinsel in die Regale des Fachhandels gelangen. Dort erzielen sie einen Umsatz
von zwei Milliarden Franken im Jahr – die Hälfte ihres Gesamtumsatzes. Richtig angefangen hat dieser Boom in den 1950er-Jahren mit Gerda Spillmann und ihrem Make-up «Bio-Fond». Als die Grande Dame der Schweizer Kosmetikbranche 1944 ihren allerersten Bio-Fond entwickelte, hatte sie nicht in den kühnsten Träumen daran gedacht, dass er sich zu einem internationalen Bestseller entwickeln würde.
Doch schon bald schwörte die US-Filmdiva Liz Taylor auf dieses einzigartige Make-up – und mit ihr ganz Hollywood. Inzwischen gibt es an der Westküste Amerikas wohl kaum jemand, der das schwarze Puderdöschen mit dem silbernen Schriftzug «GS» nicht kennen würde. Ob Make-up von Starformat, Haarpflege mit Schweizer Bio-Kräutern oder hochtechnisierte Anti-Ageing-Pflege: Die Marke Schweiz geniesst weltweit hohes Ansehen. «Wir exportieren unser Sortiment in 26 Länder und stellen immer wieder fest, dass unsere Shampoos im asiatischen Raum ein ‹must have› sind und bleiben», sagt Marco Baumann, Patron der Rausch AG in Kreuzlingen TG.
Aber auch neue Schweizer Kosmetikmarken finden rasch ihre Fangemeinde. «In Russland ist unsere Toitbel-Pflegelinie bereits der letzte Schrei», sagt Wolfgang Mayer, Geschäftsführer der Skin Concept AG, die im zürcherischen Affoltern am Albis auch die Produkte der Marken Swisscode und Vinoderm produziert. Denn auch in Moskau ist es nicht anders als in New York: Wer sich etwas Besonderes leistet, gibt damit zu verstehen, dass er selbst etwas Besonderes ist.
Schweizer Kosmetik - Eine Erfolgsgeschichte
Auch die Migros-Tochter Mibelle Cosmetics mit Sitz in Buchs AG exportiert ins Ausland. Wer in Indonesien weilt und in einem Kosmetikgeschäft in Jakarta eine
Gesichtspflege aus der Linie «Phyto Stem Cell Line» kauft, erhält eine Crème, die auf derselben Anti-Ageing-Substanz basiert wie die grünen Zoé-Produkte aus der Migros: nämlich auf Stammzellen des Uttwiler Spätlaubers, einer alten Apfelsorte aus dem Thurgau. Dass seine Wirkstoffe helfen, die Haut zu straffen, entdeckten Forscher 2008 in den Mibelle-Biochemie-Labors. Seither ist der Apfel als Schönheitsmittel auf der ganzen Welt begehrt. Über 50 internationale Kosmetikfirmen haben seine Stammzellen inzwischen in ihr Sortiment aufgenommen. Der «Swiss Apple» – eine Erfolgsgeschichte.
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