Mein Name ist Heilig: Unsinnige Doppelnamen

Mein Name ist Heilig - Einmal kommt der ledige Name zuerst, dann folgt der ledige danach. Doppelnamen sind zum Verrücktwerden. Drum eine kleine Bitte an alle Frauen und Männer, die heiraten: Bleiben Sie Ihrem ledigen Namen treu.

Die letztjährige Bundespräsidentin stand mir näher als die neue. Das kommt nicht davon, dass die neue aus Genf stammt und die alte aus dem Aargau. Meine Distanz zur Neuen liegt an ihrem Namen. Genauer: an ihrem Doppelnamen. Ich habe es einfach nicht so gern, wenn mir eine Frau zur Begrüssung mitteilt: Ich bin im Fall verheiratet.

Dabei klingen die drei Silben Calmy-Rey auch in meinen Ohren rhythmisch und sympathisch, verbunden mit dem Vornamen sogar charmant. Doch geht es mir nicht um den Klang allein. Ein Name ist ein Name und kein Ausweis für eine Leistung. Sondern immer das Resultat eines Zufalls.

Bei der Geburt hiess die neue Bundespräsidentin schlicht Micheline Rey. Zwanzig Jahre später heiratete sie einen Mann, der kraft seiner Geburt schlicht André Calmy hiess. Man schrieb das Jahr 1966, Micheline war eine junge Studentin und hatte keine Wahl: Sie musste ihren Namen, um ihn zu behalten, dem seinen hinten anstellen, mit Bindestrich dazwischen. Als Micheline später ihre politische Karriere startete, trat sie an, wie es damals Sitte und Gesetz war: unter dem Doppelnamen Calmy-Rey.

«Im Umgang mit der Behörde»

Frauen, die später heirateten, hatten es besser. Im Jahr 1999, als Doris Leuthard Hochzeit feierte, hätten wir das ohne Klatschpresse nicht einmal gemerkt. Denn Doris Leuthard blieb Doris Leuthard, bis auf wenige vereinzelte Ausnahmen: Das Couvert für Abstimmungen und Wahlen ist seither an «Doris Leuthard Hausin» adressiert. Auch auf der Identitätskarte und dem Pass steht dieser Doppelname. Die Steuerrechnung geht an «Herrn Roland Hausin-Leuthard und Frau Doris Leuthard Hausin». Das klingt so richtig bürokratisch, wie es «im Umgang mit einer Behörde» Pflicht ist.

Aber eben nur «im Umgang mit einer Behörde». Dieser Umgang ist ansonsten nicht so streng definiert, wie man fürchten könnte: Bei der AHV, der Krankenkasse und jeder andern Versicherung darf sich eine Frau nach der Heirat so nennen, wie sie immer geheissen hat. Auf dem Schild des Briefkasten und an der Haustür sowieso. Bei der Bank muss sie bei der Eröffnung eines Kontos ihre Identitätskarte vorzeigen, so will es das Gesetz zur Verhinderung von Geldwäscherei. Die Bank muss den wirtschaftlich Berechtigten kennen. Aber das Konto selber darf auf jeden Namen lauten, den der Kunde wünscht.

1 + 1 = hoffentlich 3

Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es nicht um Formalitäten. Sondern um den Wert eines jeden Individuums, also um den höchsten Wert überhaupt. Mein Unbehagen gegenüber Doppelnamen zielt nicht auf ihre Träger. Schon gar nicht möchte ich Micheline Calmy-Rey angreifen oder die NZZ-Kultur-Kritikerin
Barbara Villiger Heilig, im Gegenteil. Mir geht es um Anerkennung. Achtung. Respekt.

Eine jede Person, die eine andere heiratet, bleibt dieselbe Person. Sie wechselt ihre Identität nicht. Sie schlüpft unter keinen andern Mantel. Sie wird auf kein Tandem gekettet. Eva Ledig ist Eva Ledig, auch nachdem sie zu Adam «Ja» gesagt hat. Niemand heiratet, um sich selbst aufzugeben. Wir alle tun es, weil wir uns von der Zweiergemeinschaft mehr versprechen als vom Einzeldasein.

In die Sprache der Mathematik übersetzt bedeutet das: 1 + 1 = hoffentlich 3. Doch 1 muss immer gleich 1 sein, sonst schaut am Ende plötzlich weniger als 2 heraus.

Das ist keine graue Theorie. In der Schweiz wird bekanntlich jede zweite Ehe geschieden. Und dann? Dann müssen sich vor allem Frauen erneut entscheiden, wie sie den Telefonhörer abnehmen wollen: Unter dem Namen des früheren Mannes? Unter ihrem ledigen Namen wie anno dazumal? Oder gar unter dem verblichenen Doppelnamen?

Möglich ist alles. Susanne Leutenegger Oberholzer (ohne Bindestrich), Baselbieter Politikerin feministischer Prägung, begann ihre politische Karriere unter dem Namen Susanne Leutenegger. Als sie heiratete, galt das alte Eherecht. Sie musste den Namen ihres Mannes Oberholzer annehmen. Dank des neuen Eherechts wechselte sie später zu Leutenegger Oberholzer. Heute möchte sie am liebsten nur noch Susanne Leutenegger genannt werden. Leider hält sie sich selber nicht an ihren Wunsch: Ihre eigene Homepage trägt die sperrige Adresse www.s-leutenegger-oberholzer.ch (mit zwei Bindestrichen). Auf dieser Webseite erfährt man ihren Zivilstand: Susanne Leutenegger ist «nicht verheiratet».

Chefredaktor mit Pfadi-Namen

Da freue ich mich über Simonetta Sommaruga, die in Wahrheit mit dem Schriftsteller Lukas Hartmann verheiratet ist, der in Wahrheit Hans-Rudolf Lehmann heisst. Doch wer kümmert sich um solchen Kleinkram? Man muss in der Schweiz kein Künstler sein, um sich einen Künstlernamen zuzulegen. Ich kenne einen amtierenden Chefredaktor, der firmiert unter seinem Pfadi-Namen. Die Pflicht zum Gebrauch des richtigen Namens besteht nur im Umgang mit Behörden,
der – siehe oben – streng definiert ist.

Warum bloss führen so viele Leute, besonders in Politik und Wirtschaft, trotzdem einen doppelten Namen? Weil das der Transparenz diene, ist zu hören. Eveline Widmer-Schlumpf präsentiert sich als «die Tochter des früheren Bundesrats». Johann Schneider-Ammann als «der klassische Patron», der die traditionsreiche Ammann-Group in Langenthal führen durfte. Denn Johann war kein gewöhnlicher Schneider, sondern der Eingeheiratete.

Umgekehrt bei Magdalena Martullo-Blocher: Sie ist die Ausgeheiratete – die nun die Ems Chemie leitet. Diese Information mag für Belegschaft und Öffentlichkeit wichtig sein. Doch wie fühlt sich die betroffene Frau? Wenn sie sich bei fast jedem Handschlag als Tochter des berühmten Vaters vorstellen muss? Magdalena Martullo-Blocher löst das Problem auf einfache Art: «Ich sage einfach immer nur Martullo. Doppelnamen finde ich furchtbar zum Aussprechen.»

Das ist ein Wort in Volkes Ohr. Doppelnamen sind zum Verwechseln. Zum Vergessen. Zum Verrücktwerden. Einmal kommt der ledige Name zuerst (Schneider-Ammann), dann folgt der ledige danach (Calmy-Rey). Wird der Bindestrich verwendet, sprechen Juristen von einem «Allianz-Namen, der nie der ‹amtliche Name›» ist. Darum lautet die korrekte Anrede «Frau Bundesrätin Widmer», während die Allianz Widmer-Schlumpf streng interpretiert nichts anderes darstellt als ein Pseudonym.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, zuerst den Namen. Und halte bitte am eigenen ledigen fest. Freiwillig, autonom, pragmatisch. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau. Vor und nach der Hochzeit.

 

Was meinen Sie? Sind Doppelnamen Ausdruck der Gleichberechtigung? Oder führen sie zum Verlust der Identität? Schreiben Sie uns!

 

 

Sie können mehrere Adresse einfügen, trennen Sie diese mit Kommas.
Empfehlung von (Ihr Name)
(Ihr Name) möchte Sie auf einen Inhalt der Webseite schweizerfamilie.ch aufmerksam machen.
Die E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt

Hurra! 23.04.2012 - Die

Hurra! 23.04.2012 - Die Gleichstellung der Ehegatten im Namens- und Bürgerrecht rückt näher: Der Bundesrat hat die entsprechende Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB) auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt.

Die Moral ist das Rückgrat

Die Moral ist das Rückgrat der Schwachsinnigen. Francis Picabia (1879-1953)

Endlich können Mann UND Frau

Endlich können Mann UND Frau ihren Geburtsnamen behalten. Die Frau verliert nicht mehr automatisch ihren ledigen Namen, an dem sie hängt. Wer will, kann aber immer noch den gemeinsamen Familiennamen führen. Meiner Meinung nach aber unbedingt am eigenen ledigen Namen festhalten. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau, ob ledig, verheiratet, verwitwet, geschieden oder wieder verheiratet. So gibt es auch nicht mehr die vielen Namenswechsel. Mit der Heirat oder Scheidung wechselt man seine Identität nicht. (Beispiel: Yolanda Egger, dann Yolanda Surer, dann Yoland Tavoli und momentan Yolanda Risi)

Ich habe einen Doppelnamen.

Ich habe einen Doppelnamen. Und zwar wegen meinen Kindern, die aus der früheren Ehe stammen. Darum habe ich das mit meinen Kindern besprochen. Meine Tochter ging bei der Heirat noch in die Schule, darum entschied ich mich, den Namen zu behalten. Sie freute sich darüber, denn für sie wäre es komisch gewesen, wenn ich nicht wie sie heissen würde. Dies hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich damit etwas zeigen möchte, sondern nur wegen meinen Kindern. Ob Verlust der Identität?? Warum? Wenn ich den Namen meines Mannes annehmen würde, würde ich meinen Namen verlieren. War ja immer so. Gleichberechtigung? Nein. Für mich ist das nur der Ausdruck von modern, von Freiheit zu wählen, wie ich heisse. Möchte ich das nicht mehr, kann ich es wieder ändern, muss aber dafür bezahlen. Mache ich aber sicher nicht, da ich mich dafür entschieden habe, einen Doppelnamen zu tragen!! Ich bin glücklich mit meinem Doppelnamen. Erwähne aber nie, dass ich den zweiten Namen meines Mannes trage. So heisse ich einfach wie früher. Und der zweite neue Name steht ohne Bindestrich dahinter. Na und?? Alles soll erlaubt sein, schliesslich kann man das zum Glück selbst entscheiden. Und es muss ja für sich selbst stimmen nicht für andere :-)

Erwachsene „Kinder“ sollten

Erwachsene „Kinder“ sollten grundsätzlich wählen können, welchen Namen sie tragen möchten.

Heute gibt der Mann seinen

Heute gibt der Mann seinen Familiennamen automatisch an Frau und Kinder weiter. Das ist ungerecht. Bis ins 19. Jahrhundert behielten die Frauen ihren Geburtsnamen. Das revidierte Namensrecht kommt Mann UND Frau gleichermassen entgegen. Die Kinder erhalten den von den Eltern gewünschten Ledignamen oder den allfälligen Familiennamen. Die Allianznamen, wie z.B. Schneider-Ammann, Calmy-Rey, sind immer noch möglich. Auch die Möglichkeit der Namensänderung für (erwachsene) Kinder sollte vereinfacht werden. Heute werden praktisch alle Namensänderungsgesuche vom Regierungsrat abgelehnt. Nach Rechtsgültigkeit des revidierten Namensgesetzes sollte es möglich sein, z.B. innerhalb eines Jahres den Namen der Mutter anzunehmen. Das ist ein Menschenrecht.

Meinen ledigen Namen wollte

Meinen ledigen Namen wollte ich immer behalten. Der Doppelnamen ist für mich nur amtlich. Die wenigsten Frauen wollen aber ihren Namen behalten.Sie finden es toll, sich mit dem Namen ihres Mannes zu schmücken. Wie das ein beweis für ihre Liebe wäre. Als ich meinen Namen behielt, verstanden das die wenigsten! Herr Schneider hat ganz recht. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau.

Für mich heisst die BR Frau

Für mich heisst die BR Frau Calmy. Ein Nachname ist einfacher; lieber das Kind mit zwei schönen Vornamen taufen.

Besonders auffallend und

Besonders auffallend und zugleich abstossend finde ich, dass zumeist die sich so weltoffen und sozial darstellenden Linken Feministinnen auf einem Doppelnamen bestehen. Meiner Meinung nach wollen sich solche Menschen gar nicht mit Ihrem Partner identifizieren und ich finde es vorallem für die Männer zutiefst diskriminierend, wenn sich der Gegenpart so von einem distanziert, denn prioritär ordnet man jeden Menschen zuerst nach dessen Geschlechtsnamen zu, ob bei Behörden oder privat. Ganz zu schweigen von den unsinnigen enormen Kosten den dieser linke Gaga wieder verursacht hat und noch wird. Das alles sind Auswüchse der volksfinanzierten roten Lebensstudenten, denen es scheinbar an den Unis zu langweilig war und sie darum solche Idiotenideen aushecken. Aber das passt schon zu den Sozis. Nur weiter so und wir werden bald noch ganz andere Zustände haben.

Sie schreiben: ... wollen

Sie schreiben: ... wollen sich SOLCHE MENSCHEN (= solche Frauen) gar nicht mit IHREM PARTNER identifizieren und ich finde es vor allem FÜR DIE MÄNNER zutiefst diskriminierend, wenn... Das würde ja heissen, dass nach dem bis jetzt gültigen Gesetz (der Mann gibt seinen Namen automatisch an Frau und Kinder weiter) sich die MÄNNER gar nicht mit IHRER PARTNERIN identifizieren und ... FÜR DIE FRAUEN zutiefst diskriminierend, wenn... Mausi, merken Sie den feinen Unterschied? Konkret: Neu haben Mann UND Frau die gleichen Rechte.

....smile..... wenn Herr

....smile..... wenn Herr Lüthi, die Frau Knopf heiraten würde, dann wüsste man wenigsten wo klingeln !! Nämlich beim: Lüthi-Knopf Zerbrecht euch doch nicht immer den Kopf über solche Sachen !!

Was für Probleme, wenn man

Was für Probleme, wenn man keine hat dann muss man sich welche schaffen! Mich stört die ganze Sache überhaupt nicht. Jede und jeder kann sich sein Gärtlein selber pflegen.

Familienfreundliche Restaurants

Schweizer Familie auf Facebook

Fan werden

Ausflugs-Börse

Für jeden etwas dabei