Vor acht Jahren, kurz vor der Geburt ihres vierten Kindes, starb unerwartet ihr Mann. «Ich fühlte mich damals nicht mehr lebensfähig», erinnert sich Susanne Bosshard. «Die Gemeinschaft von Menschen, die dieses Schicksal mit mir teilen, war ein lebensrettender Anker.» Seither ist sie Mitglied im Verein Aurora. Die Göttin der Morgenröte steht für Hoffnung, Neubeginn. «Darum geht es uns: Wir schauen nach vorn, in die Zukunft: Das Leben geht weiter.»
Schon bald nach der Gründung vor 14 Jahren erwies sich, dass der Verein einem Bedürfnis entsprach. Heute lässt Aurora für rund 180 Frauen, 60 Männer und 500 Kinder die Sonne wieder aufgehen. «Frauen sind eher bereit, Hilfe anzunehmen», sagt Präsidentin Jacqueline Arter. «Deshalb finden mehr Mütter wie Väter den Weg zu uns.» Vor allem, wenn ein Elternteil durch Suizid aus dem Leben scheidet – was bei einem Drittel der Fall ist –, quälen Schuldgefühle den überlebenden Partner. An Seminaren, geleitet von Psychologen, und Freizeitveranstaltungen lernen Witwen, Witwer und Halbwaisen, dass sie sich nichts vorwerfen müssen und dass sie nicht alleine sind. «Wir sind weder eine Selbsthilfegruppe noch eine Partnervermittlung», sagt Susanne Bosshard. «Wir sind einfach Begleiter in einer schweren Zeit.»
























