Der Beste hat keinen Namen, nur eine Nummer: 3105, männlich, zwei Jahre alt – Star unter 120 Vögeln im Taubenschlag. «Den geb ich nimmer her», sagt Ernst Bühler, 52, Präsident des Brieftaubensportvereins Bischofszell TG. «Für kein Geld der Welt.» Die 15 Mitglieder des Brieftaubensportvereins Bischofszell züchten und trainieren rund 800 Tiere: «Die Pflege des Kulturgutes Brieftaube ist uns Pflicht.»
Dazu gehören auch regelmässige Wettflüge. Zum Beispiel am 21. August im schwäbischen Herbrechtingen, wo Bühler 25 seiner Tiere an der Jungtaubenmeisterschaft gegen rund 1000 gefiederte Konkurrenten ins Rennen schickt. Zwei Stunden später und 150 Kilometer weiter südlich werden die schnellsten Flieger elektronisch erfasst, sobald sie auf dem Antennenbrett vor dem Schlag gelandet sind. Wie die Tauben mit 70 Stundenkilometern von jedem Punkt aus ihren Heimatschlag ansteuern können, ist ein weitgehend ungelöstes Rätsel. «Man weiss nur», sagt Bühler, «dass ein Magnetit auf der Nasenwurzel den Erdmagnetismus ortet – ein natürlicher Kompass. Zudem orientieren sie sich an Landmarken und an den Gestirnen.» Nummer 3105 muss nicht mehr fliegen. Der Beste darf sich im Schlag um die Weibchen kümmern.
Brieftaubensportverein Bischofszell
Der Star im Taubenschlag
























