Norbert Toldo hat seinen Bubentraum vom Lokomotivführer wahr gemacht. Im Führerstand seiner Cargo-Lok setzt er, wenn er 18 Güterwaggons voller Heiz- und Dieselöl quer durch die Schweiz karrt, 2000 Tonnen in Bewegung – die grösstmögliche Masse im öffentlichen Verkehr. «Das», sagt Toldo, «ist mein Beruf.» In der Freizeit hockt der 56-Jährige auf einer Miniatur-Dampflok, heizt ihr kräftig ein und rumpelt über die für Personentransporte kleinstmögliche Schienenspur: 127 Millimeter. «Das ist meine Berufung.»
Seit 25 Jahren steht Norbert Toldo als Präsident an der Spitze des Dampfmodellclubs der Schweiz. Von den 35 Mitgliedern nehmen gut die Hälfte aktiv am Clubleben teil; mit 400 Franken entrichten sie nicht nur einen happigen Jahresbeitrag; sie dürfen auch noch gratis schuften: Jeden Samstag treten die Modelldampfbähnler zur Fronarbeit an. Auf dem Tüffenwies-Gelände im Zürcher Grünau-Quartier entsteht eine neue, zwei Kilometer lange Gleisanlage. Jeweils am Auffahrtswochenende öffnet der Club seine Tore für die Bevölkerung: Für drei Franken darf man sieben Minuten lang mitfahren.
Der Präsident hat mit den grossen Güterzügen und der kleinen Modellbahn nicht genug: Gelegentlich dampft Norbert Toldo mit der Zürcher Museumsbahn durchs Sihltal – in einer richtigen, hundert Jahre alten Dampflok.
























