Sie stehen vor dem Zürcher Fraumünster und sagen kein Wort: Frauen, die mit ihrer stillen Demonstration zum Nachdenken anregen. «Wir schweigen, weil kein Schrei laut genug ist», steht auf einem Transparent. «Kein Schrei ist laut genug», ergänzt Gertrud Bernoulli-Beyeler, «um gegen Gewalt, Waffen und Kriege zu protestieren.» Als eine von rund 800 Frauen für den Frieden ruft die Pfarrerin an jedem zweiten Freitag im Monat zum Protestschweigen auf. Die Frauen – unter ihnen namhafte Politikerinnen – schweigen nicht nur; sie erheben auch die Stimme. «Frauenstimme» heisst ihre Publikation, die alle drei Monate erscheint.
Der Verein wurde vor bald dreissig Jahren gegründet – nach dem Vorbild der Friedensfrauen in Nordirland, die sich in den Bürgerkriegswirren für eine friedliche Lösung des Konflikts, aber auch gegen Atomkraft und militärische Aufrüstung einsetzten. «In der Schweiz», sagt Geschäftsführerin Brigitte Nievergelt, «kämpfen wir für ein Verbot von Rüstungsexporten und gegen die Aufbewahrung von Waffen in Privathaushalten. Und im Ausland unterstützen wir zum Beispiel die russischen Soldatenmütter, eine Bewegung, die Misshandlungen in der russischen Armee aufdeckt und anprangert.» Übrigens sind bei den Friedensfrauen auch Männer willkommen.
Frauen für den Frieden
Dem Frieden zuliebe
























