Er ist klein, rund, unscheinbar – und er wird meist erst zur Kenntnis genommen, wenn die Hose rutscht, weil er fehlt: der Knopf. Für Hilde Natter, 74, treibende Kraft hinter dem Knopfclub Schweiz, ist das unterschätzte Accessoire ein Kulturgut erster Güte: «Auf Estrichen, in alten Schachteln und Truhen sind wahre Schätze verborgen.» Diese Erfahrung hat vor 23 Jahren 5 Frauen veranlasst, den Knopfclub Schweiz ins Leben zu rufen. «Es gibt Knöpfe in allen Formen und Grössen», sagt Hilde Natter. «Schildpatt, Hirschhorn, Perlmutt, Glas oder Messing sind die begehrtesten der 67 Materialien, aus denen Knöpfe gefertigt werden.» Ein Messingexemplar von 10 Zentimetern Durchmesser, 100 Jahre alt, bemalt mit einer Natter, ist das Prunkstück in Hilde Natters Sammlung von über 1000 Knöpfen. «Sein Wert bleibt ein Geheimnis; er kommt nie in den Handel!»
Der Handel findet vor allem im Frühling statt, wenn sich die 75 Mitglieder des Clubs – zwei Drittel sind Schweizer, die übrigen kommen aus verschiedenen europäischen Ländern und auch aus den USA – im Tagungszentrum Gwatt am Thunersee zum Tausch und Kaufen einfinden. «Wir planen schon fürs nächste Jahr», sagt Hilde Natter. «2011 dreht sich alles um Glasknöpfe der 50er-Jahre.»
Knopfclub Schweiz
Rund um den Knopf
























