«Ave Maria – es walte Gott und Maria …» Wenn der Sennenvater die Volle vor dem Mund hält, einen Holztrichter, und den Betruf gen Himmel schickt, wenn er sein Vieh von der Alp herabtreibt und unten in Innerthal SZ die Glocken zum Festgottesdienst rufen, dann ist Sennenchilbi am Wägitalersee, dann halten die Sennenbrüder ihre Sennengemeinde ab, die «Generalversammlung» eines der ältesten Brauchtümer der Schweiz: Seit Wilhelm Tells Zeiten stehen Sennen einander in «Bruderschaften» bei.
Die rund tausend Mitglieder der Sennenbruderschaft Innerthal, gegründet Anno Domini 1598, werden vom wohl jüngsten Sennenvater geführt: Mächler Ruedi,
26, hat das Ehrenamt vor Jahresfrist übernommen: «Der Grundgedanke – einander in schlechten Zeiten beistehen, in guten Zeiten gemeinsam danken und feiern – gilt noch heute.»
Jeder, der mit zwanzig Franken eine «Stiftung» macht, wird in die Bruderschaft aufgenommen und hat jedes Jahr Anspruch auf Rahmschnitzel, Nüdeli und Salat im Restaurant Stausee, wo am zweiten Sonntag im September die Sennenchilbi ausklingt – «oft», sagt der Sennenvater, «bis zum Montagmorgen».
























