«Tee ist wie Wein», sagt Jürg Meier, Präsident des Tee-Clubs. «Jeder Tee hat seine individuelle Note und seinen Jahrgang: Das Wetter beeinflusst das Aroma der Kräuter ebenso wie die Verarbeitung.» Und jeder Tee hat seinen Preis: Hundert Gramm des exklusiven «Juan Shan Silver Needle», eines gelben Tees aus China, den Meier zu besonderen Gelegenheiten kredenzt, kosten 250 Franken.
Der Schweizer Tee-Club, vor acht Jahren nach dem Vorbild des französischen Club des Buveurs de Thé ins Leben gerufen, erhebt den Teegenuss zur liebevoll gepflegten Trinkkultur. An Teetreffen werden seltene Sorten degustiert, für die weiches, entkalktes Wasser verwendet wird. «In hauchdünnen Porzellanschalen kann der Tee sein volles Aroma am besten entfalten», sagt Meier. «Die feinen Unterschiede kommen erst zur Geltung, wenn man ihn in kleinen Schlucken schlürft.» Zweihundert der weltweit bekannten rund zweitausend Sorten finden sich in den Teebüchsen der Club-Mitglieder. Lindenblüten-, Hagebutten- oder Kamillentee (nicht zu verwechseln mit der Camellia, der «Mutter aller Teekräuter») sucht man allerdings vergeblich: «Das sind Aufgüsse, die vielleicht Farbe ins Wasser bringen», spottet Meier. «Aber mit Tee hat das nichts zu tun.» Eines hat der Tee dem Wein voraus. Meier: «Er belebt und hat seinen eigenen Geist. Aber er berauscht nicht!»
























