Der Wahrheitssänger hockt auf der Suppenkellensäule, reckt drei Köpfe in die Höhe und sondert Worthülsen ab. Märchenhafte Wesen bevölkern den Gnomengarten in Schwarzenburg BE; sie geben - mal schrill und sinnlich, mal still und besinnlich - seltsame Geräusche von sich, manche leuchten dabei in allen Farben.
Zur Jahrtausendwende hat Jürg U. Ernst seinen Job als Fotograf aufgegeben und begonnen, unterstützt durch Gattin Maria Messerli, seinen Fantasien Gestalt zu geben. Rund 50 Wesen sind so in Beton erstarrt und dennoch quicklebendig; «sie vermehren sich laufend», sagt Ernst, «der Gnomengarten ist eine ewige Baustelle». Am 6. Juni hat er die Sommersaison eröffnet, binnen Jahresfrist wird er mit seinem 60. Geburtstag auch das zehnjährige Bestehen des Vereins feiern, dessen rund 500 Mitglieder den Gnomengarten am Leben erhalten. «Meine Geschöpfe kommentieren den Zeitgeist», erklärt der Künstler. «Sie geben auf heitere Weise ernsthaften Gedanken Raum - und dem Betrachter die Gelegenheit, sich selbst zu finden.»























