Verein: Matteänglisch-Club

Die fünfte Sprache

In der Schweiz wird neben Schwiizerdütsch auch Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gesprochen – ein Land, vier Sprachen: «Falsch», sagt Peter Hafen. «Es gibt eine fünfte Sprachregion: Das Berner Matten-Quartier ist die Wiege des Matteänglisch.» Der 63-jährige Liegenschaftenverwalter ist als Präsident des Matteänglisch-Clubs auch ein Sprachverwalter: Hafen und seine über 300 Mitglieder halten eine uralte Sprache am Leben, die auf die plattdeutsche «Ketelkloppersprook» zurückgeht.

Im 14. Jahrhundert herrschte auf Aare und Rhein reger Verkehr: Schiffe, die Bäume aus helvetischen Wäldern als Bauholz zur Nordsee transportierten, legten an der Matte an und brachten einen Dialekt nach Bern, der als Buchstabenspiel zur Geheimsprache wurde: Der vordere Teil eines Wortes wird bis zum ersten Vokal abgetrennt und an der letzten Silbe angefügt. Vor das Wort kommt ein i, dahinter ein e. So wird aus dem Dialektsatz «Dunz mer e ligu lehm» («Gib mir ein Stück Brot») die Geheimsprachversion «Inzde irme e igule imle».

Seit einem halben Jahrhundert pflegt der Matteänglisch-Club diese Sprachkultur: Er hat das Buch «Matteänglisch» verfasst und gibt die Zeitschrift «Der Mätteler» heraus. Bei Quartierführungen und am Stammtisch im «Mühlerad» hält man sich aber ans Bärndütsch.

http://www.matteaenglisch.ch

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