Frischen Wind in die eigenen vier Wände? Dafür braucht man die Wohnung nicht völlig umzugestalten. Schon ein paar einfache Veränderungen an den Wänden verleihen einem Raum eine andere Ausstrahlung. Der neuste Trend sind Home- oder Wandsticker, die die Wände zieren. Tattoos, wie man sie auch nennt, sind grafische Motive oder Sprüche auf selbstklebender Folie, die auf glatten Flächen wie Wänden, aber auch auf Türen, Fenstern oder Spiegeln haften. Ein Hirschgeweih im Wohnzimmer, ein frecher Spruch in der Küche, Turteltauben im Schlafzimmer und Seifenblasen im Bad – es gibt unzählige Möglichkeiten und Variationen.
Das Tattoo für die Wand
Wer nicht fündig wird, kann sich sein Lieblingsmotiv auch fertigen lassen. «Ich kann praktisch jedes gewünschte Motiv auf Folie umsetzen», sagt Brigitte Jaggi, Geschäftsführerin von Cutform in Winterthur. Die gelernte Schriften- und Reklamemalerin ist schon lange vertraut mit dieser Art der Wandgestaltung. «In Ladengeschäften arbeiteten wir häufig mit Sprüchen oder Motiven, jetzt hat man diese Gestaltungsweise auch für Wohnungen entdeckt.»
Die Anwendung ist ganz einfach: Man klebt die Folie auf einen möglichst ebenen und sauberen Untergrund – fertig. Will man das Tattoo wieder loswerden, einfach eine kleine Ecke der Folie mit dem Fingernagel anheben und vorsichtig von der Wand abziehen. «Wenn es sehr gut hält, beispielsweise auf Fliesen, dann hilft es, wenn man die Folie mit einem Föhn anwärmt, bevor man sie abzieht», rät Brigitte Jaggi. Welches Tattoo passt denn in welchen Raum? «Das ist natürlich Geschmackssache, aber blumige Muster oder Ornamente eignen sich eher für Schlaf- und Wohnräume, während Schriftzüge oder Zitate gerne in Küchen oder Esszimmern angebracht werden.» Und im Kinderzimmer kommen Tiere wie zum Beispiel Schmetterlinge oder auch Comicfiguren gut an.
Leicht anzubringen, leicht zu entfernen
Die Folien verschönern aber nicht nur als Sprüche, Ornamente oder Motive die Wohnung, man kann sie auch grossflächig aufkleben. «Eine solche Folie haftet sehr gut auf Badezimmerplättli, Kühlschränken oder Küchenabdeckungen», sagt die Fachfrau, «und gerade Mieter schätzen es, dass sie auf diese einfache Art und Weise ihre Wohnung individuell gestalten können. Beim Auszug wird die Folie einfach wieder abgezogen, und schon sieht es aus wie vorher.» Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollte man sich beraten lassen: «Es gibt viele verschiedene Folienmarken, verschiedene Qualitäten und für jeden Untergrund wieder eine andere Folie, welche am besten geeignet ist.»
Tapete, von edel bis retro
Eine wiederentdeckte Möglichkeit der Wandgestaltung ist die Tapete. Sie hat ihr spiessiges Image verloren, und gerne nutzen Innenarchitekten sowie Einrichtungsfans die vielfachen Gestaltungsmöglichkeiten, die die modernen Tapeten heutzutage bieten. Die Auswahl an Farben und Materialien lässt kaum Wünsche offen: Sanft schimmernde Textiltapeten verleihen einem Raum Eleganz und Gemütlichkeit, edel schillernde Metalltapeten Kühle und Extravaganz. Wer auf Retro steht, findet schrille Streifenmuster oder riesige Op-Art-Motive. Und einen raffinierten dreidimensionalen Effekt erreicht man mit Relieftapeten.
Bei der Wandgestaltung mit modernen Tapeten geht es meist nicht darum, die Wände komplett zu verkleiden, sondern durch einen gezielten Einsatz spezielle Effekte zu erzielen. So kann man beispielsweise nur eine einzelne Wand oder sogar nur eine Tür in einer kräftigen Farbe oder einem auffälligen Muster tapezieren.
Besonders praktisch für Experimentierfreudige sind Vliestapeten, die es in unzähligen Ausführungen gibt und die bei Nichtgefallen oder beim Umzug einfach wieder abgezogen werden können. Wichtig: Achten Sie darauf, dass sich Tapete, Bodenbelag, Möbel und Wohnaccessoires ergänzen und nicht gegenseitig die Show stehlen.
Die gute alte Farbe
Konkret heisst das: Bei einfacher, eher puristischer Einrichtung darf die Tapete Kontraste setzen, bei dominanten Möbeln und Accessoires, sollte die Tapete eher etwas dezenter sein.
Nebst Folie und Tapete kann man natürlich auch mit Wandfarbe Akzente setzen. Dazu stehen nicht nur unzählige Farbtöne und Farbmaterialien zur Verfügung. Es gibt auch jede Menge Maltechniken, die ganz spezielle Effekte zaubern. Statt mit dem Pinsel oder der Schaumstoffrolle wird die Farbe mit Bürste, Schwamm oder Lederlappen aufgetragen. Diese Techniken sind in der Regel aufwendiger als das Malen mit der Rolle, aber dafür ist das Ergebnis auch sehr viel spezieller. Wie bei der Tapete gilt auch hier: Weniger ist mehr. Eine einzelne Wand, eine Tür oder nur gerade ein horizontaler Streifen – das sind echte Hingucker.
Malen – so klappts
Achten Sie auf einen sauberen, staub- und fettfreien Untergrund. Abblätternde Farbe muss entfernt werden.
- Tür, Fensterrahmen, Steckdosen und weiteres sorgfältig mit Malerband abkleben. Allfällige Löcher unbedingt mit passendem Füllstoff auffüllen.
- Auf der Fensterseite beginnen und vom Licht weg arbeiten, damit man sich selber keinen Schatten wirft.
- Das Abdeckband wird abgezogen, bevor die Farbe ganz trocken ist. So kann man vermeiden, dass die Farbe mit dem Klebeband abgerissen wird.
- Für allfällige Ausbesserungen sollte man immer ein bisschen von der verwendeten Farbe aufbewahren.
Tapete – so gehts
Wer ganze Wohnungentapezieren lassen will,wendet sich am besten an den Fachmann. Wenn es aber nur um eine Nische, eine Tür oder Wand geht, sucht man sich im Fachgeschäft eine einfach zu verarbeitende Vliestapete aus. Zum Anbringen gilt:
- Der Untergrund muss sauber, trocken und eben sein. Löcher und Risse vor dem Tapezieren zuspachteln.
- Bei gemusterten Tapeten beginnt man beim Fenster und fährt dann nach beiden Seiten fort.
- Der spezielle Vliestapeten-Leim wird direkt auf die Wand aufgetragen, es braucht also keinen Tapeziertisch. Am besten geht das mit der Rolle oder einer Bürste.
- Die Vliestapete wird direkt auf die eingekleisterte Fläche gelegt und gut angedrückt auf der richtigen Länge mit einem Cutter abgeschnitten.
- Die nächste Bahn wird in der Regel Naht an Naht, also nicht überlappend, geklebt.
- Wenn die Tapete wieder entfernt werden soll, zieht man sie ganz sorgfältig von unten her ab. So bleiben keine Rückstände auf der Wand zurück. Für eine weitere Verwendung kann man die Vliestapete allerdings nicht mehr brauchen.
Wandtattoo – so hälts
Die Wand sollte sauber, trocken, fettfrei und möglichst eben sein.
- Halten Sie Ihr Motiv an die gewünschte Stelle und zeichnen Sie mit einem Bleistift fein die Eckpunkte nach. Eventuell mit Hilfe einer Wasserwaage.
- Das Trägerpapier von Motiv und Übertragungsfolie trennen. Dafür das Motiv mit der Rückseite nach oben auf eine feste Unterlage legen und die Folie langsam und vorsichtig ablösen, damit das Tattoo nicht einreisst.
- Das Wandtattoo an der vorgezeichneten Stelle positionieren und fest andrücken, am besten mit einem Teigschaber-ähnlichen Gegenstand.
- Vorsichtig die durchsichtige Übertragungsfolie vom Motiv abziehen, sodass dieses an der Wand haften bleibt. Lösen sich einzelne Elemente wieder ab, einfach die Folie nochmals fest andrücken. Zum Schluss mit einem sauberen Tuch das Wandtattoo festdrücken.
LINKS UND BUCHTIPPS
- Wandtattoos, Fliesenaufkleber, Möbelfolien online zu bestellen sowie viel Infos zur Montage: www.wandgwand.ch, www.domes-tic.fr
- Informationen, Adressen und Fachliteratur zum Thema Tapete: www.tapetenforum.com, www.yourdekoshop.com
- «Dekorative Maltechniken in Haus und Wohnung», Michael Fischer Edition, 28.50 Franken.
- www.marburg.com





























