Tiere im Winter – Wie sie die Kälte ertragen

Die Kälte hat die Schweiz fest im Griff. Ohne Mütze und lange Unterhosen geht niemand raus. Wie aber ertragen Tiere die Kälte? Kriegen Hirsche kalte Füsse? Und brauchen Hunde einen Mantel?

  • Der Fuchs verträgt den Winter gut, andere Tiere haben mehr Schwierigkeiten.

Wie halten sich Wildtiere warm?
Nichtstun ist im Tierreich eine weitverbreitete Taktik, um die ärgste Kälte heil zu überstehen. Weltmeister darin sind die Igel oder Murmeltiere. Sie halten Winterschlaf und fahren all ihre Körperfunktionen herunter. Igel beispielsweise kühlen ihre Körpertemperatur bis auf acht Grad ab. Zwar stehen sie ab und zu auf, um sich zu versäubern – gefressen aber wird in der Regel nichts.

Die Winterruhe hingegen ist eine abgeschwächte Form des Winterschlafs. Bären, Eichhörnchen oder Dachse halten Winterruhe. Sie drosseln nur die Frequenz des Herzschlages und des Atems, ihre Temperatur halten sie aufrecht. Das braucht mehr Energie: Eichhörnchen naschen deswegen regelmässig aus ihren versteckten Vorräten.

Wer bei minus zehn Grad unterwegs ist, tut gut daran, sich dick einzukleiden. Das Fell von Gämsen ist besser als jede Thermodecke. Es ist dunkel und heizt sich in der Sonne schnell auf. Zudem besteht es aus zwei Schichten: langen, drahtigen Deckhaaren und einer dicken Unterwolle. Die Luft zwischen den Schichten isoliert wie bei Doppelfenstern gegen Kälte.

Ein weiterer Trick ist, nicht alle Körperteile zu heizen. Im Winter sind die Ohren von Schneehasen kaum durchblutet, und Hirsche können ihre Extremitäten deutlich abkühlen. Auch das spart Energie.

Schneeschuhläufer und Skifahrer schaden Wildtieren enorm, wenn sie diese im Winter aufschrecken: Die verschwendete Energie fehlt im Spätwinter, wenn die Fettreserven zu Ende gehen, aber noch kein Futter zu finden ist.

Brauchen die Vögel jetzt unsere Hilfe?
Bei Dauerfrost, Eisregen oder über Wochen geschlossener Schneedecke haben Vögel, die im Winter hier bleiben, Mühe, genug Futter zu finden. Dann sind sie froh um einen Zustupf aus Menschenhand. In einer kalten Winternacht können kleine Piepmatze wie Amseln oder Meisen bis zu zehn Prozent des eigenen Körpergewichts verlieren.

Aber welches ist das richtige Futter?
Körnerfresser wie Spatzen oder Finken mögen Mischungen mit Sonnenblumenkernen und Hanfsamen. Weichfutterfresser hingegen bevorzugen Rosinen, Obst, Kleie, Haferflocken oder Meisenknödel. Brot und Essensreste sind tabu, weil sie im Magen der Vögel aufquellen.

Am besten legt man das Futter morgens aus, ebenso macht es Sinn, mehrmals täglich frisches Wasser anzubieten. Um die Vögel vor Krankheiten zu schützen, sollte die Futterstelle regelmässig gereinigt werden. Tipps zur Winterfütterung von Vögeln finden Sie auf: www.vogelwarte.ch

Wird es dank der Kälte im Sommer keine Mückenplage geben?
Heimische Insekten kennen hervorragende Strategien, um in frostigen Zeiten zu überdauern. Die meisten verharren in einer Entwicklungsruhe. Ihr Stoffwechsel ist stark reduziert. Zudem haben heimische Insekten eine Art Frostschutzmittel im Blut. Zitronenfalter beispielsweise lassen sich im ausgewachsenen Stadium einfrieren, ohne dass sie Schaden nehmen. Bei vielen Insektenarten überwintern die Eier oder Larven, oft gut aufgehoben im Boden – wo bereits in wenigen Zentimetern Tiefe angenehme 0 Grad herrschen.

Mücken legen ihre Eier im Wasser ab. Auch ihnen ist ziemlich egal, wie frostig die Temperaturen sind. Die jetzige Kälte hat also keinen Einfluss darauf, ob wir im Sommer mit einer Mücken- oder Zeckenplage zu rechnen haben. Viel wichtiger ist, was im Frühling passiert. Ein Kälteeinbruch im März, wenn die Insekten aus ihrer Entwicklungsruhe aufgewacht sind, kann eine Population empfindlich schwächen.

Bienen übrigens rücken im Winter eng zusammen: Sie bilden um ihre Königin eine sogenannte Wintertraube und halten diese – und natürlich auch sich selber – mit Muskelbewegungen warm. Die Energie für die Muskelbewegungen liefert der Honig – beziehungsweise das Ersatzfutter, das der Imker den Bienen im Tausch für den Honig gibt.
Auch im Winter fliegen Bienen aus – wenn sie mal müssen. Ohne solche «Reinigungsflüge» wäre der Bienenstock schnell verschmutzt.

Frieren Fische in Teichen ein?
Fische können selbst in zugefrorenen Gewässern überleben. Sie ziehen sich in tiefere Zonen zurück. Weil sie viel weniger aktiv sind als im Sommer, brauchen sie weniger Nahrung. In der Regel finden sie genug Kleinstlebewesen, um zu überleben.

Am Grund eines Sees beträgt die Temperatur des Wassers stets vier Grad. Dann hat Wasser seine höchste Dichte, und es ist am schwersten. Eis dagegen ist viel leichter, deshalb schwimmt es auf der Oberfläche. So wirkt es wie eine Isolierschicht. Das ist der Grund, dass Gewässer, die tiefer als einen Meter sind, nie bis zum Grund zufrieren.
Wer also einen genug tiefen Gartenteich besitzt, kann seine Goldfische auch im Winter draussen lassen. Wichtig ist, dass in der Eisschicht ein Luftloch offen bleibt, damit Fäulnisgase abziehen können. Sonst besteht für die Fische die Gefahr, sich zu vergiften. Im Fachhandel sind dafür spezielle Teichbälle oder Styroporeinsätze erhältlich.

Müssen Hunde jetzt Mantel tragen?
Nicht jeder Hund, der zurzeit mit Mantel Gassi geführt wird, ist ein verwöhnter Zentralheizungshund. Er könnte auch ohne – die meisten Hunde haben nämlich genug Fell, um auch bei Minustemperaturen nicht zu frieren. Kleine Hunde aber, Welpen und alte Tiere frieren schneller. Sie für den Spaziergang in einen Witterungsschutz zu packen, der ihnen genug Bewegungsfreiheit zum Rennen und Spielen lässt, macht deshalb durchaus Sinn.

Rinder, Schafe, Pferde oder Ziegen hingegen trotzen der Kälte problemlos. Die Wohlfühltemperatur von Pferden beispielsweise liegt zwischen 5 und 12 Grad. Erst bei 10 Grad minus beginnen sie, ihren Stoffwechsel anzukurbeln und damit für mehr Wärme zu sorgen. Zu warme Ställe fördern die Anfälligkeit für Erkrankungen der Atemwege. Wichtig ist aber, dass Nutztiere einen trockenen, zugfreien Unterstand sowie stets Zugang zu Wasser haben.

WEITERE INFORMATIONEN:
Der Tierpark Goldau bietet am Sonntag, 26. Februar 2012, eine Führung zum Thema «Tiere im Winter – überleben in Schnee und Eis» an.
Anmeldung und Infos: www.tierpark.ch

 

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Was mich Interessiert hätte wären die Hauskatzen gewesen die auch ins Freie können. Beispielsweise ein ganzer Tag bei minus 15 grad im freien, geht das oder hat die Katze da ein Problem?

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