Viele Vögel und Säugetiere sind empfänglich für den Zauber von Babys. Berichte über spontane Bemutterung gibt es zu einer breiten Palette von Tieren: vor allem bei Primaten, Hunden und Katzen, die oft gemeinsam Junge aufziehen. Selbst Mütter mit eigenen Jungen nehmen manchmal ein zusätzliches Baby auf.
Die Neugeborenen können sogar einer anderen Tierart angehören. So ist der Fall einer Löwin bekannt, die ein Antilopenjunges adoptierte. Ungewöhnlich daran ist, dass das adoptierte Tier normalerweise ins Beutespektrum der Adoptivmutter gehört.
Überfürsorgliche Hennen sammeln alle Küken in der Nähe ein und stecken sie unters Gefieder, um sie warm zu halten. Da kann es sein, dass auch mal junge Gänse oder Enten begluckt werden oder gar ein Kätzchen, das sich zufällig in der Nähe herumtreibt. Es gibt Hunde, die Katzen säugen. Oder auch Katzen, die Hundewelpen adoptieren.
Den Muttertrieb über die Artgrenzen hinweg gibt es vor allem bei Arten, die völlig hilflose Neugeborene hervorbringen, welche viel mütterliche Fürsorge brauchen. Die Jungen senden starke Signale aus, die dafür empfängliche Tiere in den Bann ziehen. Fachleute sprechen dabei vom Kindchenschema: Ein Kopf mit grossen Augen, eine kleine Nase, ein kleines Kinn und rundliche Wangen lassen Herzen schmelzen.
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