Wo sind die Heiligen Drei Könige?
Beim Evangelisten Lukas kommen die Hirten zum Jesuskind, bei Matthäus sind es drei Magier aus dem Osten. Sie sollen belegen, dass auch andere Länder die Bedeutung der Geburt Jesu erkannt haben. Fromme Legenden machten aus ihnen die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar.
War Jesus ein Rebell?
Nein, anders als die Zeloten, die zum Aufstand gegen die römischen Unterdrücker aufriefen, setzte Jesus allein auf friedliche Mittel: Auch seine Feinde müsse man lieben. Doch sein Eintreten für das Reich Gottes auf Erden machte ihn in den Augen der Römer dennoch zum Unruhestifter.
Warum wurde Jesus gekreuzigt?
Der Vorwurf, Jesus habe sich zum «König der Juden» erklärt, hat keine Grundlage. Zumindest aber sorgte Jesus für Aufsehen am Pessachfest in Jerusalem. Das war schon Grund genug für den römischen Statthalter Pontius Pilatus, kurzen Prozess mit ihm zu machen – zur Abschreckung.
Wollte Jesus eine neue Religion gründen?
Nein. Jesus sah sich zwar als Erneuerer des jüdischen Israels, doch er überschritt zu keinem Zeitpunkt die religiösen Regeln des Judentums. Dennoch führte der unbedingte Anspruch, mit dem Jesus in Wort und Tat auftrat, dazu, dass er zum Begründer einer neuen Weltreligion wurde.
Die Frauen – Seine ersten Verkünderinnen
Bilder zeigen uns Jesus meist in der Gesellschaft der zwölf Jünger, alles Männer. Die Realität sah anders aus. Zum Kreis seiner Anhänger gehörten Frauen, die wenigstens zeitweise mit durchs Land zogen. Lukas schreibt: «Es waren Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte, Johanna, die Frau Chuzas, eines hohen Beamten von Herodes Antipas, und Susanna und viele andere. All diese Frauen dienten Jesus und seinen Jüngern mit ihrem Besitz.» Die Frauenbeteiligung sei «ein wichtiges Kennzeichen der Jesusbewegung», befindet die Theologie-Professorin Sabine Bieberstein. Daraus zu folgern, Jesus könnte verheiratet gewesen sein, geht aber zu weit.
Wichtiger ist: Während alle Jünger fliehen, als Jesus gekreuzigt wird, harren die Frauen bis zum Ende unterm Kreuz aus. So sind es auch Anhängerinnen wie Maria Magdalena und Salome, denen der von den Toten auferstandene Jesus als Erstes begegnet. «Ängstigt euch nicht!», ruft er ihnen zu. «Geht, berichtet meinen Brüdern, sie sollen weggehen nach Galiläa, und dort werden sie mich sehen.» Die Frauen werden damit zu den ersten Verkündern der Botschaft Jesu. «Die Männerkirche», kommentiert Bibelwissenschaftler Hubertus Halbfas, «hat die Möglichkeit noch nicht bedacht, dass ohne den Glauben der Jüngerinnen die Kirchengeschichte gar nicht begonnen hätte.»
Monica Bellucci als Maria Magdalena
im Film «Die Passion Christi» (2004) von Mel Gibson.
Spuren des Neuen Testaments – Was Archäologen gefunden haben
1 Sepphoris
Viele Handwerker halfen die Hauptstadt Galiläas prächtig auszubauen – so wohl auch Josef und sein Sohn Jesus aus dem benachbarten Nazareth.
2 Wohnhaus des Petrus
Das Haus wurde von frühester Zeit an als Kirche genutzt. Es fanden sich Inschriften wie «Jesus» und «Petrus».
3 Fischerboot
Einige Jünger waren Fischer und fuhren in solchen Booten auf dem See Genezareth.
4 Knochenkasten
In Jerusalem fand man Särge im Grabgewölbe des Hohepriesters Kaiphas.
5 Steintafel
Eine Inschrift aus den Ruinen Cäsareas bestätigt, dass Pontius Pilatus römischer Statthalter war.
6 Knochenstück
Nicht nur Jesus wurde gekreuzigt: Im Knöchel eines 20-Jährigen steckt noch der Nagel.
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