Franz Carl Weber – ein Stück Schweizer Spielkultur

Der Schweizer Spielzeughändler Franz Carl Weber feiert dieses Jahr sein 130-jähriges Bestehen. Angefangen hat alles mit dem «Gampirössli».

  • Franz Carl Weber bietet Kindern mit seinen Geschäften eine Erlebniswelt.
  • Die beliebten Spielzeugkataloge. Ein Exemplar aus dem Jahr 1973.
  • Das Dreirad wurde für das Jubiläum neu aufgelegt.
  • Ein weiterer Klassiker, der Teddybär.
  • Das Schaukelpferd oder auch «Gampirössli», welches auch im Firmenlogo enthalten ist.

Jedes Mal, wenn ich eine Baby-Robbe aus Plüsch sehe, erinnere ich mich wieder an den herben Verlust. Meine Robbe war weiss und unheimlich kuschelig und seit genau einem Tag in meinem Besitz. Das Geburtstagsgeschenk wollte ich nicht mehr weglegen. Schliesslich war die Baby-Robbe mein neuer Begleiter. Obwohl meine Mutter dazumal nicht begeistert war, dass ich mein neues Lieblingsplüschtier in den Kindergarten nahm, setzte ich mich durch und steckte mein Präsent in die Tasche.

Als ich vom Kindergarten nach Hause kam, war meine Baby-Robbe plötzlich nicht mehr da. Keine Ahnung, wie sie verschwunden war. Irgendwo auf dem Weg muss ich sie liegen gelassen haben, als ich tagträumte. Den herben Verlust meines absoluten Lieblingsplüschtiers verkraftete ich nur schlecht. Viele Tränen flossen. Die Baby-Robbe, das war ein hochwertiges Plüschtier von Franz Carl Weber. Das Kinderspielwarengeschäft meiner Zeit. Überlebt hat das Traditionshaus bis heute.

Am Anfang, da war das «Gampirössli»
Das erste Spielwarengeschäft von Franz Carl Weber war im Jahr 1881 an der Bahnhofstrasse 48 erst gerade eröffnet worden, als der Bruder von Franz auf dem Trottoir sein holziges Schaukelpferd, das «Gampirössli», aufstellte. Ein Herr blieb vor dem Spielzeug stehen und kaufte es ihm kurzerhand ab. Das war eines der ersten Geschäfte, welche an der Bahnhofstrasse zustande kamen. Und der Anfang des rot-weissen Firmenlogos, des Schaukelpferds.

Das Haus an der Bahnhofstrasse 62 kaufte Franz Carl Weber aus Platzgründen neun Jahre später. Kurz darauf erschien auch zum ersten Mal der beliebte Spielzeugkatalog. Namhafte Künstler wie Alois Carigiet, Niklaus Stöcklin und Celeste Piatti prägten mit ihren kunstvollen Titelbildern die Kataloge, die auch heute noch Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Meine Zeit, das war der Katalog aus den 90er-Jahren mit der Aufschrift «Dreamland». Traumwelt, aber vor allem Erlebniswelt, das will Franz Carl Weber auch heute noch sein. Nach schwierigen Jahren um das Millennium herum ist der Schweizer Spielwarenspezialist 2006 vom französischen Spielwarenkonzern Ludendo übernommen worden. Seitdem steht es um Franz Carl Weber wieder gut.

Ob «Gampirössli» oder Baby-Robbe – jeder von uns hat Kindheitserinnerungen, die mit einem Spielzeug verbunden sind. Wer Lust auf eine Zeitreise durch die Spielzeugwelt hat, dem sei ein Besuch im Zürcher Spielzeugmuseum empfohlen. Dort stehen Spielwaren, die das Leben der jeweiligen Epoche en miniature spiegeln: Eisenbahnen und Dampfmaschinen zeugen von der technischen Revolution, Puppen und ihre Kleidung zeigen Modeströmungen, Puppenstuben das häusliche Leben früherer Zeiten. Zinnfiguren, alte Spiele, Holzspielzeug, Kinderbücher und Kochherde. Alles, was zum Thema Spielwaren gehört. Wer weiss, vielleicht ist auch Ihr Lieblingsspielzeug darunter.


Zur Homepage von Franz Carl Weber
Bahnhofstrasse 62/Rennweg 43
8001 Zürich

Zürcher Spielzeugmuseum, Fortunagasse 15, 8001 Zürich.





 



Zürcher Spielzeugmuseum

Homepage Franz Carl Weber

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