Im Luxuszug «Rovos Rail» durch Afrika

Auf dieser «Schweizer Familie»-Leserreise gondeln Sie gemächlich mit dem Rovos Rail durch das südliche Afrika. Zu den Victoria-Wasserfällen ebenso wie zu den Wildtieren in den Nationalparks – in luxuriösen, stilechten Kolonialwagen und mit bester Küche an Bord.

  • Der Höhepunkt: Der «Rovos Rail» fährt über die Brücke bei den Victoriafällen.
  • Im Chobe-Nationalpark leben heute gegen 120 000 Elefanten.
  • Giraffen durchstreifen den Chobe-Nationalpark auf der Suche nach Nahrung.
  • Ein Leopard rekelt sich in der Abendsonne auf einem Baum.
  • Bahnhof Makambako.
  • Kulinarischer Genuss auf Rädern: In den Speisewagen werden die Gäste zuvorkommend bedient.
  • Köstlichkeiten im Speisewagen.
  • Vom Aussichts-wagen hinten am Zug lässt sich wunderbar über das Land schauen.

Daressalam. Hafen des Friedens. So heisst Tansanias Metropole am Indischen Ozean. Als ich im Hotel erwache, wird mir bewusst warum: Ein Halleluja, glockenhell gesungen in einer nahen Kirche, hat mich geweckt. Am Abend zuvor waren die Rufe eines Muezzins das Letzte, was ich gehört hatte, bevor ich einschlief. Im Hafen des Friedens leben viele Völker und Religionen verträglich zusammen.

In der pulsierenden Drei-Millionen-Stadt beginnt meine Reise durch Ostfrika. Der Luxuszug «Rovos Rail» wird mich 2500 Kilometer durch Tansania und Sambia, Botswana und Simbabwe schaukeln. Von Daressalam, fast am Äquator, bis zu den Victoriafällen, einem der grössten Naturschauspiele der Welt.

Der Traum eines Schrotthändlers
Als ich durch den Wartesaal des Bahnhofs von Daressalam schlendere, fängt in meinem Kopf unvermittelt der Berner Liedermacher Mani Matter an zu singen: «Das isch ds Lied vo de Bahnhöf wo dr Zug geng scho abgfahren isch oder no nid isch cho und es stöh Lüt im Rägemantel dert und tüe warte.» Ziemlich unpassend dieses Lied, denke ich und lächle. Im Bahnhof Daressalam wartet an diesem Morgen niemand. Keine Menschenseele. Einen Bahnhof in Tansania muss man sich wie eine grosse Markthalle vorstellen, in der gerade kein Markt stattfindet.

Einsam steht unser Zug auf Gleis drei. Dunkelgrün und fast einen Kilometer lang. «The Pride of Africa», der Stolz von Afrika, hat ihn sein Besitzer Rohan Vos getauft. Der südafrikanische Unternehmer wurde reich im Schrottgeschäft, und aus Schrott bestand anfänglich auch sein Traum: Rohan Vos kaufte historische Lokomotiven und Waggons, manche 90 Jahre alt, und liess sie stilecht restaurieren. Was als Privatvergnügen geplant war, wurde 1989 zur «Rovos Rail». Laut Eigenwerbung der «komfortabelste Zug der Welt».

Komfortabel fängt die Reise tatsächlich an: Auf dem Perron ist ein roter Teppich für die Fahrgäste ausgelegt. Wein wird serviert, später werden wir zu unseren Suiten geleitet. 50 Passagiere aus Deutschland, ein halbes Dutzend Schweizer. Meine Suite, holzgetäfert wie der ganze Zug, trägt den Namen der südafrikanischen Stadt Warrenton. Ich staune, wie gross elf Quadratmeter sein können. Clarissa Buitendach, das Zimmermädchen, zeigt mir, wo Minibar und Safe sich verstecken.

Plötzlich ein Rumpeln, es quietscht und ächzt. Der Zug nimmt langsam Fahrt auf. Während die Häuser von Daressalam vorbeiziehen, winken uns Kinder zu. Ich winke zurück und lausche der Melodie dieser Reise: Te-Tem, Te-Tem, Te-Tem.

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