Schneeschuhwanderung zur Leglerhütte in den Glarner Freibergen

Die Leglerhütte in den Glarner Freibergen ist eine gelungene Kombination von architektonischer Ästhetik und gediegener Gastronomie. Besonders stimmungsvoll ist der Aufstieg zur Hütte mit Schneeschuhen.

  • Weiss erstrahlen die Hügelzüge in den Glarner Freibergen.
  • Moderne Berghütten-Architektur.
  • Auf Yetipfoten: Schneeschuhe kann man bei der Talstation der Mettmenalp mieten.

Beim Sunnenbergfürggli tut sich eine neue Welt auf. Hier auf 2200 Metern über Meer erscheint vor einem plötzlich wie eine überdimensionierte Cremeschnitte das Glärnischmassiv. Das Glarner Haupttal zieht sich tausendfünfhundert Höhenmeter weiter unten schnurgerade nordwärts hin bis zum Ufer des Walensees. Kaum mehr sichtbar ist die Mettmenalp, zu der man in der kleinen Kabine der Luftseilbahn Kies-Mettmen hinaufruckelt. Dort lädt das heimelige Berggasthaus Mettmenalp zu einem ersten Trunk. Und von dort stapft mit den Schneeschuhen oder den Tourenskiern an den Füssen gemütlich los, wer zur Leglerhütte gelangen will.

Bald schon lässt man den Waldgürtel hinter sich und tritt ein in eine für Glarner Verhältnisse unendlich weite Tallandschaft. Die Nebelgrenze ist nun definitiv überschritten, und blendend weiss erstrahlen die Hügelzüge links und rechts. Entweder man konzentriert nun die Wahrnehmung auf die fast meditative Bewegung des Schneeschuhlaufens. Oder man macht halt, um eine Schneehöhle zu bauen, oder einfach, um die Stille zu geniessen und den Blick über das Jagdbanngebiet der Glarner Freiberge schweifen zu lassen. Lange bleibt die Leglerhütte hinter den Graten und Grätchen des Chärpfmassivs verborgen, erst kurz vor der Ankunft wird sie sichtbar. Und man staunt: Der kleine, braun gegerbte Wildhütereinstand, der diese Hütte einst gewesen sein mag, ist modernster Berghütten-Architektur gewichen.


Kulinarik der Extraklasse
Ein diskreter Glastrakt verbindet das frisch getäferte, mit Sonnenkollektoren ausgerüstete Giebelhaus aus dem Jahr 1949 mit einem schwarzen, eternitverkleideten Kubus, an dessen Anblick man sich zuerst etwas gewöhnen muss. Im Innen der Hütte wird aber klar: Es ist Schluss mit den niederen und dunklen Berghüttenzimmern mit speckigen Wolldecken auf ausgelegenen Matratzen. Es dominieren jetzt Helligkeit, Klarheit und daunenweicher Schlafkomfort.

In der Gaststube zelebriert derweil das Hüttenwartehepaar Sara und Romano Frei-Elmer Kulinarik der Extraklasse: Wie wäre es mit einem regionalen Chäsplättli, angerichtet auf einem Glarnertüechli und ergänzt mit einem Truttiker Federweiss-Edelwein? Oder mit einem Curryschaum-Cappuccino vor einer Portion Gschwellti mit einheimischer Hirschwurst und dazu einem Jeninser Blauburgunder? Oder …

Am besten nimmt man es gemütlich mit dem Aufstieg, geniesst den Nachmittag vor der Hütte mit freiem Blick zum Tödi. Dann lässt man sich bei einem Viergangmenü bei Kerzenlicht in die neue Glarner Bergmoderne einführen, bevor man sich in die geräumige Tödi-Suite zurückzieht. Am Morgen dann wartet bereits das reichhaltige Bergler-Frühstück, bevor man auf derselben Route den Weg zurückfindet in die Niederungen des Alltags. Übrigens: Die Schneeschuhe kann man bei der Talstation der Mettmenalp mieten, und ein kurzer ausgeschilderter Schneeschuhtrail bei der Mettmenalp bietet Gelegenheit, das Gehen auf Yetipfoten erst mal einzuüben.

Gut erkennbar sind dann die Trittspuren der berühmten Freiberger Gämsen, die in den lichten Waldbeständen Schutz suchen. Schon seit 1548 sind sie geschützt, einzige Ausnahme blieben dannzumal die Hochzeitsgämsen. Auf zwei dieser Tiere hatte in Glarus Anrecht, wer zwischen dem 25. Juli und dem 11. November heiratete. Allein, der Hochzeitspaare wurden immer mehr und der Gämsen immer weniger, bis 1792 das totale Jagdverbot folgte. Damit sind die Freiberge das älteste Wildschutzgebiet Europas.

Mettmenalp GL
Anreise: Mit dem Auto auf der Autobahn bis Ziegelbrücke, dann Kantonsstrasse
bis Schwanden. Ausgangs Schwanden Richtung Elm zweigt die Bergstrasse nach Kies-Mettmen ab. Schneeketten empfohlen. Mit SBB via Ziegelbrücke bis Schwanden, dann Taxi bis Kies-Mettmen. Fahrplan der Luftseilbahn: www.mettmen-alp.ch
Taxi: 079 431 66 66;
Kleinbus: 055 612 10 72
Schneeschuh-Tour: Der Zustieg ist mit Schneestangen gut markiert und dauert rund 2½ Std. Bei Unsicherheit bezüglich Lawinengefahr (ab Stufe «erheblich») den Hüttenwart kontaktieren oder das Lawinenbulletin beachten. Bei wenig Bergerfahrung empfiehlt sich das Engagement eines Schneeschuh- Tourenführers: 055 644 20 10 www.mettmen-alp.ch
Berggasthaus Mettmenalp: Öffnungszeiten wie Seilbahnbetrieb. HP ab 72 Fr.; Kinder bis 12 Jahre zum halben Preis. 055 644 14 15 www.mettmenalp.ch
Leglerhütte SAC: Von Anfang Dez. bis Ostern von Freitag bis Sonntag geöffnet, HP ab 62 Fr., mit Berglerfrühstück 101 Fr., 055 640 81 77 www.leglerhuette.ch
Allgemeine Auskünfte: Glarnerland Tourismus, Niederurnen, 055 610 21 25 www.glarusnet.ch

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