Schwyzer Schlagerstar Diana Reichmuth-Landolt

Schicksalsschläge wie den frühen Tod der Mutter hat Diana Reichmuth-Landolt dank der Musik überwunden. Richtig glücklich ist die Volksmusiksängerin, seit sie ihren Roger geheiratet hat und Mutter geworden ist.

Schweizer Familie: Frau Reichmuth, glauben Sie, dass alles im Leben einen Grund hat?
Diana Reichmuth-Landolt: Ja, ich glaube, alles ist irgendwie von oben her vorbestimmt.

Was heisst «von oben her»?
Damit meine ich den lieben Gott. Ich glaube daran, dass er unseren Weg bestimmt.
Als Sie 19 waren, starb Ihre Mutter an Krebs. Welchen Grund könnte ihr Tod gehabt haben?
Den sehe ich bis heute nicht. Meine Mutter war ein liebenswürdiger Mensch, ein richtiges Vorbild. Sie hat nie geflucht, nie etwas Schlechtes getan. Trotzdem musste sie lange leiden und viel zu früh gehen. Da frage ich mich schon: Warum sterben solche Leute? Eine Antwort kann mir niemand geben.
Sie sagten einmal, die Musik habe Ihnen aus der Trauer geholfen.
Sie holte mich aus dem Tief, und zwar auf einem Schiff: Zwei Jahre nach Mamis Tod überredete mich eine Freundin zu einer Musik-Kreuzfahrt. Einmal, zu später Stunde, sang ich. Den Leuten gefiel, was sie hörten. Sie sagten, ich solle doch eine CD herausgeben. Für mich war das ein Zeichen. Als meine Mutter noch lebte, sangen wir oft zusammen. Sie hätte gewollt, dass ich weiterhin singe. Also nahm ich meine erste CD auf – und meine Karriere nahm ihren Lauf.
In diesem Mai erlebten Sie den bisherigen Höhepunkt Ihrer Karriere: Mit Ihrem Siegertitel «Ola la» aus dem Jahr 2001 gewannen Sie den Schweizer Jubiläums-Grand-Prix der Volksmusik – Ihr Lied wurde zum beliebtesten Siegertitel der letzten 25 Jahre gewählt. Wie fühlten Sie sich in diesem Moment?
Das war hammermässig, ein unbeschreibliches Gefühl. Der Sieg beweist mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich zeigte es denen, die nicht an mich geglaubt haben, die dachten, ich sei und könne nichts.
Wer hat das behauptet?
Das ist unwichtig. Neider gibt es überall. Früher schmerzten mich negative Aussagen, mittlerweile kann ich damit umgehen. Die Musik macht mich stark.
Warum hat Musik solche Kraft?
Was man mag, gibt Energie. Dazu hat mir einst jemand eine schöne Geschichte erzählt: Seine Mutter lag im Koma. Die Familie wollte ihr etwas Gutes tun und spielte meine CD vor. Da wachte die Frau auf. Das ist doch einfach: Wow!
Hätten Sie je damit gerechnet, mit Ihrer Musik Menschen auf diese Art zu berühren?
Musik war immer ein grosses Thema. Aber nur zum Plausch. Es war nie mein Ziel, Sängerin zu werden.
Nicht?
Nein. Aber schauten wir den Grand der Volksmusik, stellte ich mir vor, stünde mit den Stars auf der Bühne. schienen damals unnahbar. Ich dachte: «Mit denen auftreten, das wäre toll.»

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