
Der Regen hatte den Rasen im Stadion des Wiener Sportclubs in ein Schlammfeld verwandelt: «Unbespielbar», fand der Schiedsrichter - so wurde die «Literaten-Euro» am 20. Mai im Penaltyschiessen entschieden: Die Schweiz schlug Slowenien 3:2 und ging als Vize-Europameister vom Platz. Den Titel holte Ungarn. Slowenien und Österreich belegten die Plätze drei und vier.
Das Vierländerturnier im Vorfeld der Euro 08 war der Höhepunkt in der jungen Vereinsgeschichte der «Fussball spielenden Autoren der Schweiz». «Bei uns», sagt Präsident Urs Heinz Aerni, 45, freier Autor und Linksaussen-Verteidiger, «sind alle willkommen, die publizieren - auch Kabarettisten und Comic-Zeichner.» Sie müssen keine Fussballstars sein, nur Freude am Balltreten sollten sie haben.
Unter den zwanzig Mitgliedern des vor zwei Jahren gegründeten Vereins finden sich klingende Namen wie Krimiautor Peter Zeindler oder Schriftsteller Hansjörg Schertenleib, der sich an seinen schönsten Schuss erinnert: «Und dänn hani de Sack us achtzäh Meter haarscharf am Chrüüz verbi in Wald donneret, en uhuere Fade.»



















