Das Bettmümpfeli - Der Nuggi-Troll

Die Gute-Nacht-Geschichte über das plötzliche Verschwinden und Auftauchen von Schnullern, die Shyanne keinesfalls hergeben möchte.

  • Wo ist mein Nuggi wieder hin?

Schon wieder ist einer verschwunden. Eben war er noch da. Und jetzt? Einfach weg! Shyanne sitzt auf dem Wohnzimmerboden und schaut zu ihrer Mutter hoch. Ihre Augen füllen sich mit Tränen. «Ich will meinen Nuggi!», schluchzt sie. Ihre Mama runzelt die Stirn. «Wo hast du ihn denn hingelegt?», fragt sie. «Der Troll hat ihn geholt», antwortet Shyanne und zeigt auf die Tür ihres Zimmers, die einen Spalt offen steht. Mama seufzt. Seit Wochen versucht sie Shyanne zu erklären, dass nicht Trolle ihre Schnuller stehlen. «Du musst zu deinen Sachen Sorge tragen, Schatz. Man kann nicht immer alles ersetzen, was man verliert.» Sie hebt Shyanne auf, streicht ihr über die Haare und wischt die Tränen von ihren Wangen. «Irgendwo habe ich bestimmt noch einen Nuggi. Oder meinst du, wir könnten einmal versuchen, ob du ohne auskommst?» Shyanne schüttelt heftig ihren Kopf. Sie denkt nicht daran, ihre Schnuller aufzugeben. Da können Mama und der Nuggi-Troll machen, was sie wollen.

Als Shyanne einen neuen Schnuller in ihrem Mund dreht, geht Mama auf die Suche nach dem verlorenen Stück. Ist es vielleicht der ältere Bruder Sven, der Shyanne ständig ihre Lieblinge stibitzt? Er ist eifersüchtig, weil er seine Schnuller vor einem Jahr abgeben musste. Noch Wochen danach fand Mama immer wieder einen in einem Versteck. Mal in der Kiste mit Bauklötzen, mal zwischen den Plüschtieren.

Shyanne wartet im Wohnzimmer, bis Mama zurückkommt. Auf einmal raschelt etwas hinter ihr. Sie packt ihren Plüschteddy, um ihn nach dem Troll zu werfen. Doch sie trifft bloss das Knie von Sven. Der hat sich vor ihr aufgebaut und die Fäuste in die Hüfte gestemmt. «Hast du Mama wieder das Märchen vom Nuggi-Troll erzählt?», fragt er grimmig. Shyanne dreht sich weg und verschränkt ihre Armen. Warum sieht niemand sonst den kleinen Mann, der es auf ihre Nuggis abgesehen hat? «Du bist schön doof, Shyanne! Es gibt keine Trolle. Begreif das endlich!», sagt Sven und schlittert auf den Socken davon. Auf einmal vernimmt Shyanne aus ihrem Zimmer ein Kichern. Sie krabbelt über den Boden, schleicht sich an und stöss die Tür leise ein bisschen weiter auf. Vorsichtig linst sie durch die Öffnung. Sofort zieht sie ihren Kopf wieder hinter die Tür, versteckt sich. S

ie reibt sich die Augen, wagt noch einen Blick. Tatsächlich: Vor ihrem Puppenhaus steht der kleine bärtige Mann mit Hut und neben ihm eine kleine Frau mit einer Haube auf dem Kopf und zwei langen Zöpfen. Sie halten sich an den Händen und hüpfen. Shyanne kann hören, wie sich die beiden zwischen den Sprüngen unterhalten: «Hihi, das ist wirklich lustig, Paul!» «Das habe ich dir doch gesagt, liebste Klara», erwidert der Troll. Die beiden haben sich Shyannes Nuggis um die Füsse geschnallt und springen damit auf und ab, die Gummis federn super. Klara hält inne: «Aber machen wir das Mädchen nicht traurig, wenn wir ihm diese Dinger stehlen? Ich habe ein schlechtes Gewissen.» Der Troll antwortet: «Richtig ist es nicht. Aber wenn wir sie jetzt nicht stibitzen, räumt die Mutter irgendwann alle weg. Das war schon beim Jungen so. Und bis all unsere fünf Kinder Spass mit diesen lustigen Schuhen haben können, muss ich ihr eben noch vier wegnehmen.» Die beiden machen sich auf die Suche nach Schnullern, die das Mädchen vielleicht auf dem Boden liegen gelassen hat. Shyanne krabbelt rückwärts Richtung Wohnzimmer. Sie hört gerade noch, wie der Troll schimpft: «Mist, keiner da!» Seine Frau beschwichtigt ihn: «Dann kommen wir eben morgen noch einmal.»

Mama kommt die Treppe herunter. Als sie vor  Shyanne steht, lächelt sie und streckt ihrer Tochter drei Schnuller entgegen. «Die habe ich unter Svens Bett gefunden.» Shyanne schmollt. Blöder Sven. Doch sie nimmt die Nuggis entgegen und steckt sie in ihre Hosentaschen. Mama nickt und geht in die Küche, um das Nachtessen zu kochen. Shyanne blinzelt wieder vorsichtig in ihr Zimmer. Sie sieht, wie die beiden Trolle in einem kleinen Spalt in der Wand verschwinden. Sie kramt nach ihren Schnullern, steht auf und geht zur Wand. Was hat der Troll gesagt? Noch vier Nuggis braucht er? Shyanne legt die drei Schnuller hin, die ihr Mama gegeben hat. Sie überlegt: «Das sind erst drei.» Sie zieht sich ihren Schnuller aus dem Mund. Sollte sie vielleicht doch versuchen, ohne Nuggi auszukommen? Schliesslich ist sie schon gross und kann ganz alleine auf zehn zählen. Wehmütig legt sie auch ihren letzten Schnuller vor den Spalt, dreht sich um und geht zu Mama in die Küche.

Nach dem Essen legt sich Shyanne ins Bett. Sie schläft schnell ein und träumt von kleinen Trollkindern, die auf ihren Nuggis herumhüpfen und lachen. Am nächsten Morgen späht sie als Allererstes zum Spalt in der Wand. Und siehe da: Die vier Schnuller sind verschwunden.

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Ich finde das Mümpfeli vom

Ich finde das Mümpfeli vom Nuggitroll ganz einfach toll. Bravo & Chapeau! :-)

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