Ich-Erzählerin Mathea Martinson ist fast hundert, ihr Mann vor kurzem gestorben, und nun weiss sie nichts mehr mit ihrem Leben anzufangen. Für wen soll sie nun die Ohrwärmer stricken? Und wer macht ihr die Konfitürengläser auf? Mathea lebt komplett isoliert, ohne soziale Kontakte, abgesehen von den Begegnungen mit einem Sonderling, der sie bei jedem Treffen nach der Uhrzeit fragt. Mathea ist sicher, dass nach ihrem Tod keiner sich an sie erinnern wird, und sie beschliesst, dies zu ändern: Denn man darf «nicht stillstehen, sonst endet man irgendwann im Winterschlaf, und bevor man es überhaupt bemerkt hat, ist einem das Leben zwischen den Fingern hindurchgeglitten».
Krampfhaft versucht sie, den «kleinen Rest», der ihr vom Leben noch bleibt, zu füllen und dadurch dem Tod gelassen entgegenzusehen. Der Erstlingsroman der jungen norwegischen Autorin ist von einem todtraurigen Humor geprägt. Skomsvold schreibt in stichwortartigen, kurzen Sätzen, deutet vieles nur an, und trotzdem – oder gerade vielleicht deswegen – entfalten die skurrilen Begebenheiten eine beklemmend-anrührende Komik. Ein Buch, das lange nachhallt.
«Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich» von Kjersti A. Skomsvold, Hoffmann & Campe


























