Einst galt er als Wunderkind des heimischen Country, wurde als «junger Wilder in der Tradition des frühen Steve Earle» gelobt und verstand es, sowohl Country- als auch Rock-Fans zu begeistern. Das reichte Rene Burrell alias Coal nicht: Der Nidwaldner, der viel auf Authentizität gibt, wollte genau wissen, wovon er singt, verabschiedete sich in die USA, unterzog sich einer Ochsentour durch Kaschemmen, Bars und Clubs, blieb dabei stets offen für die ver-schiedensten Einflüsse, ging aber trotzdem seinen eigenen Weg. Und das tut der knapp dreissigjährige Innerschweizer noch immer, wie sein fünftes Album belegt. Er eröffnet es mit einem sanft rockenden Countrysong, der an Gram Parsons erinnert, Räume öffnet und das Gefühl von Unterwegssein aufkommen lässt.
Es ist ein stimmiges Eingangsstück, denn das Unterwegssein ist für Coal Programm – neugierig sein, weltoffen und bereit, auch weniger vertrautes Terrain zu erkunden. So ist die neue, mit seiner ausgezeichneten Band eingespielte CD auch kein Country-Album, sondern ein Werk, das ohne Scheu Pop-, Folk- und Rock-Elemente aufnimmt, Urbanes mit Ländlichem vereint und auch textlich überzeugt. Ein feines Album und eine Art musikalische Bestandesaufnahme des inzwischen auch in New York heimischen Künstlers.
































