Es gibt Songs, die man mitsummt, und solche die man lauthals mitsingt. Es gibt Melodien, die sich derart einprägen, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bringt. Und es gibt Musik, die tief berührt, die Hühnerhaut auslöst und besonders Feinfühligen die Augen feucht werden lässt. Wie die Musik von Loreena McKennitt. Denn wenn die 53-jährige Sängerin, Komponistin und Arrangeurin zu singen beginnt, bringt sie auch die Seele ihrer Zuhörer zum Singen. Wie mit den hervorragend eingespielten Liedern auf ihrem aktuellen Album, einer Sammlung von irischen Folksongs.
Sie sei nicht zur Musik gekommen, sagte die Kanadierin einst, die Musik sei zu ihr gekommen. Was bei andern pathetisch klingen mag, ist bei ihr keine Frage, man glaubt ihr einfach. Und wenn Kritiker ihr bisweilen musikalischen Stillstand vorwerfen, entschuldigen sie dies umgehend mit der Tragödie, die 1998 ihren
Verlobten das Leben gekostet hatte. Vielleicht hallt das persönliche Drama in ihren Liedern nach, vielleicht erkundet sie deshalb die Musik ihrer Vorfahren – aber letztlich spielt das keine Rolle. Denn wenn McKennitt singt, verzaubert nicht ihre Geschichte, sondern ihre Musik.
(Phonag)
































