Arboldswil lädt diesen Herbst zum Nationalen Wandertag der «Schweizer Familie» ein. Die herrliche Landschaft im Baselbieter Jura mache gute Laune, sagt Gemeindepräsident Johannes Sutter.

Herr Sutter, am 8. September ist wieder der Nationale Wandertag der «Schweizer Familie». Diesmal bei Ihnen in Arboldswil. Dürfen wir um einen Werbespot bitten?

Arboldswil liegt auf einer Sonnenterrasse mitten im Baselbieter Jura. Attraktiv ist die Gegend auch wegen der vielen Kirschbäume. Alpin geht es bei uns nicht zu, ein Kletterseil braucht der Wanderer nicht, aber einige Wege sind doch coupiert. Der Weitblick ist grandios, etwa zum Schaffhauser Randen, zum Schwarzwald und zu den Vogesen. Auf der Wasserfallen liegt auf 1169 Metern über Meer die Hinteri Egg, der höchste Punkt des Kantons – mit freier Sicht bis zu den Alpen.

Was macht Arboldswil liebenswert?

Das Wasserrädli im Cholmattbach zum Beispiel. Jeder im Dorf kennt es. Man spielt dort als Kind und geht später mit den eigenen Kindern wieder hin. Sehr gern habe ich auch den Aussichtspunkt Chastelenflue. Und wir sind das Dorf mit den meisten Sonnenstunden im Kanton. Wir haben fast nie Nebel. Von sonnigem Gemüt sind auch die Einwohnerinnen und Einwohner.

Per Bahn kommt man nicht zu Ihnen. Wie transportieren Sie am Wandertag die Fussgängerscharen speditiv?

Leider hat es nicht ganz gereicht, für den Anlass eine Zahnradstrecke zu bauen. Im Ernst: Unser Kantonshauptort Liestal ist per Zug sehr gut erreichbar; von dort fahren am Wandertag Gelenkbusse direkt nach Arboldswil hinauf.

Zum Wandertag gehören drei verschieden lange Routen. Beschreiben Sie doch bitte die kurze.

Sie führt via Nachbardorf in eineinviertel Stunden zu einem schönen Aussichtspunkt und zurück. Diese Route eignet sich für den Kinderwagen. Die herrliche Juralandschaft mit stetigem Blick auf unser Dorf – da bekommt man automatisch gute Laune.

Und die mittellange Route?

Sie braucht 2 Stunden 20 Minuten. Ein Höhepunkt ist auf dem Weg Richtung Bubendorf das Schloss Wildenstein. Dort richten wir einen Rastplatz ein. Das Schloss ist ein Prachtbau, gehört dem Kanton und beherbergt regelmässig kulturelle Anlässe.

Bleibt die längste Route.

Sie dauert noch einmal 25 Minuten länger als die mittellange und führt von Arboldswil auf die Wasserfallen – Alpensicht inklusive. Mit der Gondelbahn fahren die Leute am Ende nach Reigoldswil hinab und gelangen per Shuttle wieder nach Arboldswil.

Die Wasserfallenbahn ist der Stolz der Region, richtig?

Nördlich des Weissensteins ist dies die einzige Bergbahn der Nordwestschweiz. Sie wird von einer Stiftung betrieben, ist tatsächlich sehr beliebt in der Region und hat gar einen Fanklub. Auf den Wandertag hin wird auf der Wasserfallen ein neuer Erlebnisspielplatz eingerichtet.

Wie ist das Dorfleben in Arboldswil?

Arboldswil ist das Gegenteil eines Schlafdorfes und hat viele aktive Vereine. Wir wissen, dass wir auch am Wandertag auf die ganze Bevölkerung zählen können. Sonst könnten wir nie und nimmer einen solchen Anlass auf die Beine stellen. Es kommen ja doch 2000 bis 3000 Leute in ein Dörflein mit 570 Einwohnern. Am Wandertag wird praktisch jede Person aus Arboldswil erscheinen, die sich schon oder noch auf den Beinen halten kann.

Wo ist das Zentrum des Anlasses?

Das Festzelt und die Angebote rundum werden beim Schulhaus und bei der Mehrzweckhalle stehen.

Was erhofft sich Arboldswil vom Wandertag?

Der Weg zum Ziel ist entscheidend. Gemeinsam einen Anlass zu organisieren und durchzuführen und den Gästen einen tollen Tag zu bieten. Arboldswil muss nicht national bekannt werden, wir sehen uns nicht als Touristenort. Die Region Wasserfallen als Ganzes hingegen ist froh um mehr Bekanntheit. Wenn Sie jemanden in Zürich fragen, ob es im Baselbiet eine Bergbahn gebe, sagt er: «Spinnst du? Sicher nicht!»

Wir sind das sonnigste Dorf im Kanton. Von sonnigem Gemüt sind auch die Einwohner.

Am Wandertag wird jeweils eine Wanderung von einem Prominenten begleitet. Mit von der Partie sind dieses Jahr der Sänger Trauffer, Fernsehmeteorologe Thomas Bucheli und «Schweizer Familie»- Kolumnistin Frölein Da Capo. Mit wem wandern Sie mit?

Als OK-Präsident halte ich im Ort die Stellung. Ich will den Überblick behalten und schauen, dass es läuft.

Wandern gibt Hunger, was kann man in Arboldswil essen?

In der Festwirtschaft im Zelt servieren wir an den Platz, wie in einer richtigen Wirtschaft. Es gibt klassische Festwirtschaftsspeisen, etwa Steak mit Pommes frites. Gut 120 Leute aus dem Dorf und von rundum helfen allein im Zelt mit. Dazu kommen draussen spezielle Stände, beispielsweise gibt es für die Kinder Hotdogs. Aber auch Weisswürste und Bier bieten wir an.

Was kann man auf dem Festplatz erleben?

Wir stellen uns darauf ein, dass viele Familien kommen. Wir bieten ein grosses Kinderland. Nicht nur die üblichen Plastikhüpfburgen, sondern auch ein Zelt zum Basteln und Spielen. Und den grössten Sandkasten, den es in der Nordwestschweiz je gegeben hat. Den Sand, etliche Kubikmeter, schafft eine Baufirma heran. Ein Tipp an die Eltern von Kindern, die gern sändelen: Bringt Ersatzhosen mit! Für die Erwachsenen planen wir einen kleinen Markt mit regionalen Produkten. Arboldswil ist Chirsigebiet, sicher hält der Schnapsbrenner aus der Region seinen Kirsch feil. Und garantiert wird man an diesem Samstag einen Bauernzopf für den Sonntag kaufen können.

Was läuft punkto Show?

Die Berner Jodlerin Miss Helvetia ist ein Höhepunkt. Und am Abend treten die Sängerin Francine Jordi und die Volksmusikgruppe Oesch’s die Dritten auf. Ein Teil der Wandergäste wird sich das ansehen wollen; dazu dürften Leute stossen, die speziell wegen der Musik kommen.

Was, wenn es regnet?

Wie gesagt, wir sind das sonnigste Dorf im Kanton; die Chancen stehen also gut, dass es trocken bleibt. Falls es regnet, sind wir darauf eingerichtet, dann werden noch mehr Leute sich im grossen Festzelt amüsieren. Die Vorfreude im Dorf ist auf jeden Fall gewaltig. Wo ich in Arboldswil auch bin, ob im Restaurant, an einer Sitzung oder im Verein, der Wandertag ist immer ein Thema. Völlig unabhängig vom Wetter.

Der Wandertag findet am 8. September 2018 in Arboldswil, BL statt.

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