Nationaler Wandertag 2017

Das war der 10. Nationale Wandertag 2017 in Ermatingen

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Das sagten sich die rund 2000 Besucher des Nationalen Wandertags der «Schweizer Familie» in Ermatingen. Sie feierten ein unvergessliches Fest.

Fotos: Daniel Ammann
Text: Stefanie Werner

Familie Meili ist spät dran. «Viola Tami ist mit ihrer Wandergruppe bereits vor fünf Minuten auf dem Festgelände gestartet. Wir haben sie verpasst», sagt Mutter ­Simone resigniert. Doch ihr Mann Roger hat einen Plan. Nach einer Abkürzung bleibt er bei einem Wegweiser stehen und sagt zu seiner Frau und den Söhnen ­Marco, 10, und Daniel, 7: «Hier müsste sie entlangkommen, lasst uns warten.»
Und tatsächlich, wenige Minuten später taucht an einer Hausecke Moderatorin Viola Tami auf, hinter sich eine Schar von über 200 Leuten. Als sie die Familie entdeckt, ruft sie: «Ihr seht so aus, als ob ihr mit mir wandern wollt. Los, kommt mit!»

So startete die Familie Meili vergangenen Samstag gerade noch rechtzeitig in den 10. Nationalen Wandertag der «Schweizer Familie» in Ermatingen TG. Andere Besucher trafen bereits um neun Uhr auf dem Festplatz am Bodensee ein – und dies, obwohl die Wetterprognose nicht gut war: am Morgen bewölkt, am Nachmittag Regen. Dennoch kamen 900 bis 1000 Menschen, um auf den drei verschiedenen Routen alleine oder mit den prominenten Gästen Viola Tami, Maria Walliser und Marco Rima zu wandern. Nochmals so viele besuchten Festplatz und -zelt.

Die Tour mit Viola Tami führte aufwärts zum Arenenberg.

Viele Wanderer nutzten die Chance, mit der Moderatorin zu reden. So auch die Meilis: «Wir haben mit den Kindern schon oft ihre Sendungen gesehen», sagte Mutter Simone. «Darum freuen wir uns, jetzt mit ihr zu wandern.» Viola Tami nahm sich Zeit für alle Wanderer, gab Autogramme, lachte in Kameras. «Der Wandertag», sagte sie, «ist eine wunderbare Gelegenheit, meine Fans kennenzulernen.»

Mutige Maria Walliser

So empfand es auch die ehemalige Skirennfahrerin Maria Walliser. Sie beglei­tete die längste Tour. «Ich bin zwar eine Berggeiss», scherzte sie, «aber auch im Flachland gefällt es mir.» Nach gut vier Stunden kam sie kein bisschen erschöpft auf dem Festplatz an, wo sie sich in der Oldtimer-Ausstellung und auf dem tra­ditionellen Bauernmarkt umsah, Spezia­litäten aus der Region probierte – und bei inzwischen strömendem Regen sogar das Angebot nutzte, sich beim Stand-up-Paddling zu versuchen. In voller Wandermontur drehte sie eine Runde auf dem Bodensee und bewies dabei beste Standfestigkeit. Im trockenen Festzelt sorgten derweil das Stefan Christinger Quartett, die Musikgesellschaft Ermatingen sowie das Duo Pascal Silva & Ladyva für musikalische Unterhaltung.

Die kürzeste Wanderroute über den Zelgihof nach Triboltingen nahm der Komiker Marco Rima unter die Füsse.

An die 200 Leute wanderten mit. «Mir haben die Begegnungen viel Freude gemacht», sagte der Komiker, bevor er am frühen Abend auf die Bühne im Festzelt trat und mit Auszügen aus seinem Programm die Menge begeisterte. Das Publikum lachte Tränen und wollte den über die Landesgrenzen hinaus bekannten Komiker kaum mehr gehen lassen.

Gemeinsam mit «Schweizer Familie»-Chefredaktor Daniel Dunkel bat Marco Rima Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin von Unicef Schweiz, auf die Bühne. Der Grund: Zur 10. Austragung des Wandertags konnten die Besucherinnen und ­Besucher für die «Sternenwoche» spenden. Die gemeinsame Sammelaktion von ­Uni­cef Schweiz und der «Schweizer Familie» unterstützt dieses Jahr hungernde Kinder im Südsudan. Auf der Bühne verkündete der Komiker, dass er seine Gage vom Auftritt vollumfänglich der «Sternenwoche» zukommen lasse. «Ich lebe privilegiert, habe gesunde Kinder und bin auf das ­Honorar nicht angewiesen», erklärte er.

Insgesamt sind am Nationalen Wandertag in Ermatingen 9633 Franken zusammengekommen.

Chefredaktor Daniel Dunkel freute sich über die Spenden wie auch über den gelungenen Wandertag, der mit den Auftritten der Guggenmusik Hattlepfeffer, des Jazzmusikers Dani Felber und der Otmarmusik St. Gallen endete. Dunkel dankte den über 160 Helfern, die vor Ort im Einsatz waren: «Ohne euch wäre dieser Tag nicht möglich gewesen.»

Der nächste Wandertag findet am 8. September 2018 in Arboldswil BL statt.

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