Pastellfarben, Blumenmuster und rustikales Design – der Shabby Chic bringt Romantik in die vier Wände. Redaktorin Angela Lembo hat in einem Kurs ihren Möbeln den Retrostil verpasst. Ihr Fazit: Das ist keine Hexerei und macht süchtig.

Auf Nostalgie gestimmt - der Shabby Chic

So wirds gemacht:

Farbwahl

Der Shabby-Chic- Effekt lässt sich mit jeder Farbe herstellen. Ideal sind aber Farben mit hohem Mineralanteil und ohne Lösungsmittel wie Kreide- oder Kalkfarben. Sie decken schon beim ersten Anstrich, halten auf Holz, Kunststoff und Metall und lassen sich gut anschleifen. Die Farbe Rot ist dominant und wird auch nach mehrmaligem Übermalen durchschimmern.


Offene Farbtöpfe mit Pastellfarben und Pinseln
Farbe: Pastelltöne sind besonders gut geeignet.
(Foto: Nici Jost)
Ein Blick in ein weiß eingerichtetes Zimmer, eingerichtet mit einer Kommode und einem Spiegel, Kronleuchter, Stuhl und Vorhang
Der Stil: Ein rustikaler Look prägt den Shabby Chic.
(Foto: Nici Jost)
Angela Lembo streicht die Holzteile.
Anstrich: Angela Lembo streicht die Holzteile.
(Foto: Nici Jost)

Technik
Unterschiedliche Techniken führen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
1. Bemalen mit unterschiedlichen Farbschichten. Die oberste Schicht anschleifen, damit die andere durchschimmert. Der Effekt: natürliche Gebrauchsspuren. 
2. Fetthaltige Salbe vor dem Streichen an einzelnen Stellen auftragen. So nimmt der Untergrund die Farbe dort nicht an. Anschleifen erübrigt sich.
3. Holz so lange anschleifen, bis die Struktur stellenweise wieder gut sichtbar ist. Mit Möbelwachs Holzstruktur betonen.
3. Oberfläche zuerst mit Krakelierlack bepinseln und anschliessend übermalen. Beim Trocknen zerreisst es die Farbe. Dieser Effekt ist bei alten Möbelstücken oft zu sehen, weil sich das Holz über die Jahre verzieht.

Verarbeiten
Anschleifen und Grundieren ist nicht nötig. Dass die Farbe etwas abblättert, ist erwünscht.
1. Je nach Wahl von Pinseln, Rollen oder Schwämmen entsteht ein anderer Effekt. Ausprobieren und nicht erschrecken, denn nach dem ersten Anstrich steht noch kein Meisterwerk. Es braucht einen zweiten und dritten. Aber die Farbe trocknet schnell.
2. Damit der Pinsel mit der dicken Farbe leichter gleitet, die Oberfläche ab und zu mit dem Wasserzerstäuber besprühen.

Mehrere geschliffene Farbschichten blau und weiß auf Holz
Mehrere geschliffene Farbschichten.
(Foto: Nici Jost)
weiße Lackoberfläche im Shappy Chic Stil
Krakelieren mit Lack.
(Foto: Nici Jost)
In der Werkstatt: Redaktorin Angela Lembo steht vor einem Holzrahmen im Shabby Chic look
In der Werkstatt: Redaktorin Angela Lembo mit ihren Bijous.
(Foto: Nici Jost)

Verzieren
Mit Schablonen lassen sich Sprüche und Bilder auf die Oberfläche pinseln. Dafür einen speziellen Schablonenpinsel wählen. Ornamente, ein Stück Tapete oder bunte Knöpfe machen das Stück zum Unikat.

Der Finish

Am Ende wird das Stück mit Möbelwachs eingerieben. So lässt sich die Oberfläche besser putzen. Bei Tischplatten oder Oberflächen, die stark gebraucht werden, empfiehlt sich ein spezieller Lack zum Versiegeln.

Stoffstücke vergleichen.
Stoff: Blumenmuster verleihen einen Hauch Nostalgie.
(Foto: Nici Jost)
jemand bemalt mithilfe einr Schablone mit weißen Buchstaben ein Möbelstück
Schablonen: Vorlagen erleichtern das Verzieren.
(Foto: Nici Jost)
weiße Buchstaben auf grauem Holzuntergrund.
Arbeit mit Schablonen.
(Foto: Nici Jost)
Restauratorin Susanna Frei zwischen ihren Möbelobjekten
Restauration: Susanna Frei verwandelt Möbel in Bijous.
(Foto: Nici Jost)
Angela Lembo bläst den Farbstaub von einem neu dekorierten Schränkchen weg.
Der letzte Schliff: Angela Lembo bläst den Farbstaub weg.
(Foto: Nici Jost)
Mehrere Töpfe mit Kräutern bepflanzt und Deko-Objekte
Garten: Auch Objekte für draussen werden verschönert.
(Foto: Nici Jost)