Was im Garten spriesst, wächst auch im Topf. Hobbygärtner können aus dem Vollen schöpfen und mit Blumen, Bäumen und Kräutern den Balkon zum Blühen bringen.

Das Wichtigste im Überblick

So gedeihen Balkonpflanzen:

Dünger:
Balkonpflanzen brauchen mehr Dünger als Beetpflanzen, denn die Nährstoffe in der Erde von Kistchen, Kübeln und Töpfen verbrauchen sich schneller als die in Gartenerde. Entweder man gibt bei der Pflanzung Langzeitdünger bei, der bis zum Spätsommer vorhält, oder man verwendet regelmässig Flüssigdünger. 


Abzugslöcher:
Bei allen Pflanzgefässen, ob Kübel oder Kistchen, auf genügend Abzugslöcher achten, damit keine Staunässe entsteht. Eine Schicht Blähton oder Kieselsteine auf den Boden der Gefässe geben. 


Balkonkistchen:
Balkonkistchen müssen mindestens fünfzehn Zentimeter Tiefe haben, damit die Pflanzenballen gut anwachsen. Vor dem Einpflanzen die Kistchen zur Hälfte mit guter Erde füllen, beispielsweise Einheitserde für Balkonpflanzen. Mit Erde bis etwa zwei Zentimeter unter dem Gefässrand auffüllen, leicht andrücken und angiessen. 


Nicht zu dicht pflanzen:
Der Abstand liegt je nach Wuchsfreudigkeit zwischen zehn und zwanzig Zentimetern. Lücken füllen sich bald, und nachpflanzen kann man immer. 


Bewässerung:
In Hitzeperioden muss täglich, manchmal zweimal täglich, gegossen werden. Das Giesswasser darf nicht zu kalt sein. Abgestandenes Wasser oder Regenwasser ist ideal. 

Was das Wohnen im Freien betrifft, sind wir Schweizer verwöhnt, selbst wenn wir keinen Garten besitzen. Einen Balkon haben die meisten von uns. Geschmückt mit Pflanzen, verwandelt sich dieser in ein Sommerzimmer.

Der Balkon, zwar seit Jahrhunderten bekannt, war ursprünglich lediglich dekoratives Element in der Fassadengliederung herrschaftlicher Gebäude.

Mit Pflanzen bestückt wurde er nicht. Er diente dem Adel ausschliesslich zu Repräsentationszwecken. Erst durch die Verstädterung und den Bau von Mietshäusern wurden im 19. Jahrhundert Balkone als Freiluftzimmer geschaffen. Anfangs spärlich, später reichlich mit Blumen geschmückt. Heute steht dem Balkongärtner eine schier unüberblickbare Auswahl von Balkonblumen zur Verfügung. Auch Beeren, Obst und Gemüse, eigens gezüchtet für Balkon und Terrasse, sind im Miniformat erhältlich.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Nahezu alles, was im Garten gedeiht, gedeiht auch auf dem Balkon. Und wie bei Gartenpflanzen ist der richtige Standort, Schatten- oder Sonnenlage, Nord- oder Südseite, Voraussetzung für gutes Wachstum. 

Blau-Weisse Blumen.
Komposition mit Stiefmütterchen, Traubenhyazinthen und weissen Ranunkeln.
Ständer mit verschiedenen Blumentöpfen.
Pelargonien und Lavendel passen bestens zueinander.
Ein frisch gedeckter Tisch mit bunten Blumen im Hintergrund.
Landnelken und Zitronenthymian, Ton in Ton gepflanzt.

Sonnige Lagen

Da die meisten Balkonblumen aus tropischen oder subtropischen Gebieten stammen, verlangen sie möglichst volle Sonne. Die Auswahl ist unerschöpflich. Vom Klassiker Geranie, eigentlich Pelargonie, gibt es laufend neue, robustere Züchtungen in allen Farben, duftend, gefüllt, hängend, stehend. Ebenso von Verbenen, Petunien, Zinnien, Salvien. Dazu gesellen sich Wandelröschen (Lantana), Sonnenröschen (Helianthemum), Husarenknopf (Sanvitalia), Zauberglöckchen (Calibrachoa), Elfensporn (Diascia), Zwergdahlien (Dahlia x hybrida), Portulakröschen (Portulaca).

Die Auswahl kann fast zur Qual werden. Und die Haltung manchmal ebenso. Tun sich doch die sonnenhungrigen Balkonblumen in der Mittagssonne des Hochsommers oft schwer. Besonders wenn sie nahe an Hauswänden blühen, die sich aufheizen und die Hitze zurückstrahlen. Dann müssen die Pflanzen mit Sonnenstoren oder Sonnenschirmen beschattet werden.

Schattige Aussenräume

Auf schattigen Balkonen laufen Pflanzen keine Gefahr, einen Sonnenbrand zu erleiden. Schatten lieben allen voran die Klassiker Begonie, Fleissiges Lieschen und Fuchsie. Aber auch Männertreu (Lobelia), Astilbe, Kapuzinerkresse (Tropaeolum- Hybriden), Funkie (Hosta) und Ziertabak vertragen schattige Lagen. Da es sie in den verschiedensten Farbtönen gibt, kann mit ihnen selbst ein schattiger Balkon farbenfroh erstrahlen.

Der meist schattige Küchenbalkon sollte nicht zur Abstellfläche von Leergut und Kehrichtsäcken verkommen. Schattenblumen werten ihn auf. Und natürlich Kräuter, die Schatten und Halbschatten tolerieren wie Basilikum, Dill, Estragon, Pfefferminze, Liebstöckel.

Hängekorb mit weissen, gelben und blauen Blumen.
Stiefmütterchen in Weiss und Gelb mit blauen Akzenten.
Eine Frau streicht die Erde im Blumentopf glatt.
Damit die Pflanzen gut anwachsen brauchen sie genügend Tiefe.
Gelb-Weisse Blumen in einem Topf.
Margeriten und Schleierkraut gedeihen gemeinsam im Topf.

Die Wirkung der Farben

Vor dem Einpflanzen – so um Mitte Mai ist dafür die ideale Zeit – sollten nicht nur Überlegungen zum Standort stehen, son- dern auch zur Farbwirkung der Blumen. Farben sorgen für Wohlbefinden, aber jeder Mensch hat andere Farbvorlieben. Manche freuen sich über kunterbunte Balkonkistchen. Von jeder Farbe etwas, laut und schrill. Andere bevorzugen Blumen in Komplementärfarben, die sich gegenseitig zum Strahlen bringen, sie mischen Blau mit Orange, Rot mit Grün, Gelb mit Violett. Und wer es elegant mag, wählt Ton in Ton. Seien das nun die leuchtenden Gelbtöne von Tagetes, Pantoffelblume, Husarenknöpfchen und Wandelröschen, die Blauschattierungen von Petunie, Männertreu (Lobelia), Fächerblume (Scaevola) und Vanilleblume (Heliotropium) oder die warmen Rottöne von Verbenen, Ziertabak, Geranien, Kapkörbchen (Osteospermum) und Dahlien.

Charmant ist auch die Weiss-Gelb- Kombination. Sie wirkt besonders hell und leicht. Weisse Margeriten, gelbe Husarenknöpfchen, gelbe Pantoffelblumen und weisse Schneeflockenblumen (Sutera grandiflora). Apart ist eine Weiss-Blau- Kombination und vaterländisch eine in Rot und Weiss.

Sollen die Blumen ins Weite strahlen, sind Kombinationen von Rot und Gelb eine gute Wahl. Auch starke Kontraste haben Fernwirkung.

Wem das zu bunt wird, setzt ein wenig Weiss dazwischen, das beruhigt und neutralisiert. Wer sich aber in Zurückhaltung üben will, wählt Farben wie Blau und Violett. Auch die Umgebung beeinflusst die Farbwirkung: Helle Farbtöne vor hellem Hintergrund zum Beispiel wirken fade. Hier braucht es kräftige Töne. 

Fixfertige Mischung

Die neuen «Confetti Garden»-Mischungen machen die Planung schon fast überflüssig: drei Sommerpflanzen in einem Topf, die bestens zusammenpassen. Den Sommermix im Blumentopf gibt es in verschiedenen Varianten. Zum Beispiel mit Mischungen aus Petunien, Verbenen und Zauberglöckchen. Manchmal von einer Sorte in verschiedenen Farben, manchmal drei Sorten geschickt kombiniert. Die Pflanzen blühen den ganzen Sommer, wachsen natürlich durcheinander und machen sich besonders schön als Ampelpflanzen. Auch von den sonnenhungrigen Mandevillas oder Dipladenias sind Kompositionen in drei Farben und Wuchsarten erhältlich. Jährlich kommen neue Kombinationen auf den Markt.

  

Kletterpflanze mit roten Blättern.
Die kletterfreudige Clematis eignet sich als Sichtschutz.
Kleine Apfelbäume stehen in Töpfen auf einem Balkon.
Apfelbäume wie Ballerina Polka und Black McIntosh wachsen auf dem Balkon.

Obst und Gemüse

Erdbeeren oder Gemüse wie Tomaten oder Peperoni vom Balkon sind längst bekannt. Nun erobern auch Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Kiwi und vieles mehr Balkon und Terrasse. Unter der Bezeichnung Säulen- und Zwergobst sind immer mehr Züchtungen erhältlich, die in Töpfen und Kübeln gezogen werden können. Sie sind robust, gedeihen an vollsonnigen bis halbschattigen Standorten und sind winterhart. Wenig Platz braucht das Säulenobst. Die schlanken Bäumchen bilden keine oder nur kurze Seitentriebe und liefern dennoch guten Ertrag der Früchte in gewohnter Grösse. Sie eignen sich nicht nur als Solitär, sondern auch als Sichtschutz. Zwerg- oder Mini-Obstbäume sind aufgrund ihres kompakten kleinen Wuchses ebenfalls platzsparend. 

Sichtschutz

Manche Balkone, besonders in Städten, stehen recht dicht an dicht, und nicht immer will man sich den Blicken des Nachbarn aussetzen. Schöner als Sonnenschirme, Storen oder Sichtschutzblenden sind bewachsene Holzspaliere, an denen sich die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) oder die Prunkwinde (Ipomoea) emporschlingen. Geeignet sind auch die kletterfreudige Clematis oder der pflegeleichte, mehrjährige Efeu mit seinem beruhigenden Grün.