Die Schweiz ist ein Land der Wasserfälle. Etliche gelten als touristische Attraktionen. Wir haben neun solche Naturspektakel beobachtet.

Wasserfälle sind magische Orte. Es ist fast selbstverständlich, dass hier Gedichte, Gemälde und Liebesszenen gedeihen. Während Wasser sich nur zu einem kleineren Teil an der Oberfläche zeigt und sonst im Erdreich gespeichert ist, in kleinen Adern und Ritzen sich verbirgt, in unterirdischen Bächen sich sammelt, in breiten Grundwasserströmen davon treibt und in dunklen, nie gesehenen Seen ruht, tritt es an Abhängen und in Felswänden mit grosser Energie zutage. Es strömt, den Fels bedeckend, es springt in Stufen, fällt frei fallend und schäumt leuchtend weiss auf.

Selbst der mächtigste Wasserfall beginnt sich verschleiernd nach einhundert Metern zu zerstäuben. Darin liegt die Faszination.

Wasserfälle nehmen unser Auge gefangen, und es erkennt, wie das Wasser innerhalb des Falles verschieden schnell fällt, je nachdem, ob es vor dem Sturz langsam am Grund des Bachbettes floss oder sich an der schnelleren Oberfläche befand. Und indem das Wasser fällt, entstehen lokale, drehende Winde. Sie können bis zu einhundert Kilometer pro Stunde schnell sein. Beim Aufprall des Wassers wird manchmal so viel Energie umgewandelt, dass Ozon entsteht. Wasserfälle und Blitze sind die natürlichen Ozonquellen in der erdnahen Atmosphäre. Im Wassernebel rund um die Fälle behauptet sich zudem eine eigene Flora und Fauna mit Moosen und Farnen, Insekten, Lurchen, Vögeln. An solchen Orten tummeln sich, wer würde das nicht verstehen, besonders gern Nymphen und Kobolde; Sagen entstehen.