Gärten, Beizen, Ateliers und Spielplätze statt Ödland: Die Zwischennutzung von Brachen ist ökologisch sinnvoll und für die Menschen eine Bereicherung. Wir stellen vier blühende Projekte in vier Städten vor.

Die Schöne, die Hippe, die Volksnahe, die Kinderfreundliche. Vier Brachen in vier Städten der Schweiz: Frau Gerolds Garten in Zürich, Lattich in St. Gallen, Warmbächli in Bern, die Kinderbaustelle in Biel. Wo früher Industrieanlagen oder Stadions waren und dereinst neue Gebäude entstehen sollen, liegt vorübergehend Brachland, das bis zum Baubeginn zwischengenutzt wird. 

In der Stadt Zürich gibt es sechs grosse Brachen, gesamtschweizerisch sind keine neuen Zahlen vorhanden. Eine Unter­suchung des Departementes für Umwelt (Uvek) aus dem Jahr 2004 ergab, dass in der Schweiz Nutzflächen so gross wie die Stadt Genf – 17 Quadratkilometer – brachlagen, von denen 29 Prozent zwischen­genutzt wurden. Heute dürfte es deutlich mehr zwischengenutztes Land sein.

Dabei ist es ökologisch sinnvoll, bereits bestehende Freiflächen zu nutzen, statt neue auf grünen Wiesen zu erschliessen: Das senkt den Bodenflächenverbrauch. Zudem sind die Brachenbetreiber auf Ökologie bedacht. Sie recyceln bereits verwendete Materialien und tragen durch ihre Bepflanzungen zur ökologischen Vielfalt bei. Der Geograf Matthias Bürgin, der sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigt, sagt: «Zwischennutzungen fördern die soziale Nachhaltigkeit, festigen den Zusammenhalt in Quartieren, machen diese attraktiver, sie fördern die Selbstverantwortung und reduzieren Vandalismus.»