Die voralpine Landschaft mit ihrem steten Auf und Ab, ihren malerischen Dörfern und idyllischen Landgasthöfen lässt sich mit dem Elektrovelo ideal erkunden. Ein Vergnügen für schöne Herbst-Wochenenden.

Appenzell AI

Anreise: 
Mit den SBB nach Gossau und umsteigen auf die Appenzeller Bahn bis Appenzell.
www.sbb.ch


Kulinarische E-Bike-Tour: 
Sie führt über 46 Kilometer geteerte Landstrassen und wenig befahrene Hauptstrassen oder Velowege. Für sportliche Fahrer eignet sich die Tour mit 600 Höhenmetern auch auf Fahrrad oder Rennrad. 


Velo und E-Bike-Reservation: 

Bahnhof Appenzell
Tel. +41 (0)71 788 50 50
www.rentabike.ch
Velomiete 
www.veloland.ch (mit Suche Appenzell)


Allgemeine Auskünfte: 
Tourist Information Appenzell 
Tel. +41 (0)71 788 96 41 
www.appenzell.ch
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Appenzellerland Tourismus entstanden. 

Die saftig grünen Hügel und versteckten Tobel im Appenzellerland sind wie geschaffen für eine Schnuppertour mit dem E-Bike. Die kurzen, ruppigen Steigungen haben es in sich, und der Zusatzantrieb hilft, die Landschaft auch bergauf zu geniessen.

Dass die freundliche Mitarbeiterin am Bahnhof Appenzell eine Ersatzbatterie in die Gepäcktasche gepackt hat, beruhigt ausserordentlich. Der erste, sanfte Streckenteil nach Eggerstanden und Sammelplatz führt vorbei an frei stehenden Kapellen auf luftigen Anhöhen und erstaunlich vielen Landgasthöfen. Viel Proviant muss nicht mitgeführt werden, ausser jemand würde die gut ausgeschilderte Route 222 von Veloland Schweiz dienstags oder mittwochs machen. Dann haben einige der einladenden Restaurants am Weg geschlossen.

Aber ein Bärli-Biber und das Wasser aus dem geschenkten Bidon tun immer gut. Beide gehören zum Package der «kulinarischen E-Bike-Tour» von Appenzellerland Tourismus und können in der Tourist Information vor der Tour abgeholt werden. 

Gasse mit farbigen Hausfassaden und Fahnen.
Ein schöner Spaziergang: In den Gassen von Appenzell.
Schlafzimmer mit grossen Glocken oberhalb des Bettes.
Appenzell von innen: Im Brauchtumsmuseum Urnäsch.

Appenzeller Geheimnisse

Mit 1005 Metern über Meer ist der Leimensteig der höchste Punkt und bietet einen eindrücklichen Überblick über die ganze, etwa 46 Kilometer lange Rundtour. Über den schroffen Felsen des Alpsteins hängen ein paar Gewitterwolken. In Richtung Bodensee ist der Himmel tiefblau. In der rassigen Abfahrt macht sich dann das Gewicht des E-Bikes bemerkbar. Der Bremsweg ist deutlich länger als bei einem normalen Fahrrad. Vorsicht ist geboten, und Musse ist Pflicht. Schliesslich mache ich eine Genusstour.

Im Restaurant der Schaukäserei in Stein geniesse ich die kulinarische Seite dieser Tour.

Die Servierdame schmunzelt, als ich alle Gutscheine für das 4-Gang-Menü einlöse – die Tagessuppe, der Hauptgang mit Salat oder das Dessert können auch in verschiedenen Restaurants verköstigt werden. Sie serviert zuerst eine cremige, währschafte Käsesuppe und meint: «Ich fahre auch ein E-Bike und weiss, dass die Appenzeller Hügel trotzdem hungrig machen.» Das Geheimnis des Hauptgangs, eines Appenzeller Steaks, sei verraten: Ein zartes Kalbsschnitzel wird mit Mostbröckli umwickelt und mit Käse und Tomatenscheiben überbacken. Woraus aber die berühmte Kräutersulz besteht, die dem Appenzeller Käse den rezenten Geschmack verleiht? Nur dieses Geheimnis lüftet der empfehlenswerte und kostenlose Besuch in der modernen Schaukäserei nicht. 

Geschichte erfahren

Im zweiten Teil lässt sich die Rundtour mit aufschlussreichen Museumsbesuchen zur Geschichte und zu den Bräuchen des Appenzells kombinieren. Das Volkskundemuseum in Stein dokumentiert, wie die Textilindustrie Einzug hielt. In den schmucken Bauernhöfen, die die Bike-Route 222 säumen, haben Kinder und Frauen gestickt und gewoben. Dieses Wissen begleitet mich bei der Weiterfahrt und gibt der idyllischen Szenerie einen interessanten historischen Hintergrund.

Bedrohliche Silvesterkläuse und reich verzierte Trachten zeigt das Brauchtumsmuseum in Urnäsch. Der berühmte Ohrring, die mit Silber verzierte Schmauchpfeife und die gelbe Hirschlederhose der Sennen, alle 22 Details einer Appenzeller Tracht werden hier erklärt. Besonders anregend sind die naiven Malereien von Appenzeller Bauern. Sie spiegeln die vertraute Landschaft der bisherigen Bike-Tour in einer verdichteten Harmonie aus Trachten, Hügeln und Braunvieh. Dank der Ersatzbatterie geht es schwungvoll und mit einem reichen Tageserlebnis zurück nach Appenzell.