Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme: Axporama heisst das Besucherzentrum des Stromkonzerns Axpo. Hier setzen sich Alt und Jung, Laien und Profis mit dem Thema Elektrizität auseinander. Der Eintritt ist frei.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Mit dem Zug bis Brugg. Vom Bahnhofsplatz mit dem Postauto Richtung Döttingen bis zur Station
«Schloss Böttstein» (ca. 20 Min).
www.sbb.ch
Mit dem Auto: A1 bis zur Ausfahrt Baden West. Parkplätze vorhanden.

Umgebung:
Wanderwege, Velowege und das Thermalbad Bad Zurzach, Tel. +41 (0)56 265 28 28
www.thermalbad.ch

Verpflegung / Übernachtung:

Schloss Böttstein, Tel. +41 (0)56 269 16 16
www.schlossboettstein.ch

Allgemeine Auskünfte: 
Besucherzentrum Axporama, Schlossweg 16, Böttstein
Tel. +41 (0)56 250 00 31
www.axpo.com/erleben 

Die Reise in den Energiekanton Aargau beginnt auf dem Bahnhofsplatz Brugg. Das Postauto fährt das Ufer der Aare entlang. Der Blick fällt auf eine kleine Insel mit zwei grossen runden Gebäuden drauf. Der Name der Insel – Beznau – verrät, was unter den zwei runden Dächern steckt: die Atomkraftwerke Beznau I und II. 500 Meter flussabwärts ragt ein Gebäude quer aus dem Fluss, das wie ein verwunschenes Schloss aussieht. Es ist das Wasserkraftwerk Beznau.

Fluss mit Wasserkraftwerk
Insel Beznau mit Wasserkraftwerk vorne und AKW im Hintergrund.
Stahlgebilde mit farbigen Kugeln
Kugelbaum im Axporama.
Menschen stehen um ein Relief der Schweizer Karte
Energie lernen: Interaktives Schweiz-Relief.

Für Laien und Elektroingenieure

Das Postauto biegt auf ein Fabrikgelände ein: das Paul-Scherrer-Institut, abgekürzt PSI. Früher wurde Reaktorforschung betrieben, inzwischen stehen Versuchsanlagen zur Krebstherapie, zur Protonenbeschleunigung oder zur Speicherung von Solarstrom im Vordergrund. 1400 Natur- und Ingenieur-wissenschafter forschen hier. Die nächste Postautostation nennt sich «Böttstein Schloss». Es lockt ein Ausflugsrestaurant mit Terrasse und freiem Blick hinunter auf die Insel Beznau. Ein paar Schritte daneben das Axporama: das Besucherzentrum des Schweizer Stromkonzerns Axpo. Vor der Tür steht eine Skulptur, die Erwachsene «Kugelbaum» nennen und Kinder als Spielzeug erkennen: Wuchtig hebeln sie eine Kugel auf die Achterbahn, Kurve für Kurve, Looping für Looping rollt sie, bis sie unten ankommt und stillsteht.

Man bringt mit eigener Kraft ein Windrad zum Drehen.

Der Eintritt ist frei, die Türe offen für Jung und Alt, vom Laien bis zum Elektroingenieur. «Ob Greenpeace oder SVP, alle waren schon da», sagt Axporama-Leiter Christian Brogli. Tausende sind es jedes Jahr, die im Sommer oft mit dem Velo, in Wanderschuhen und selten sogar im Kanu eintreffen. Drinnen erfährt man viel Interessantes. Zum Beispiel auf einem Stromvelo strampelnd, wie viel Strom ein durchschnittlicher Haushalt an einem einzigen Tag verbraucht: zum Keuchen viel. Oder man bringt mit eigener Kraft ein Windrad zum Drehen.

Menschen stehen vor einer rot-grünen Turbine
Im Herzen des AKWs: Turbine und Generator in Beznau.

Welcher Strom darfs sein?

Zum Schluss folgt, was der Axporama-Verantwortliche «den Höhepunkt» nennt: der sogenannte Strommixer. Man kurbelt einer Musikband so viele Kilowatt zu, wie sie braucht, damit man ihren Sound hört – ohne dass es zu Misstönen kommt. Je nach Bedarf muss ständig genügend Strom produziert werden – wie in der Realität auch. Darf es etwas weniger Atomstrom sein? Mehr Wasserkraft? Oder muss das Gas-Kombikraftwerk aufgedreht werden? Die Besucher werden zu Strommanagern. Am Ende dürfen sie das Resultat ihres Wirkens ausdrucken und ihre Leistung untereinander vergleichen. Ein Resultat lautet zum Beispiel so: «Leider haben Sie den Strommix zu teuer produziert, und das Spiel wurde deshalb bei 9,56 von 10 Zeiteinheiten gestoppt.»

Ab 8 Personen kann sich eine Gruppe zu einer kostenlosen Führung anmelden, egal ob Schulklasse, Familie oder Seniorenverein. Die Führung startet im Axporama und endet, falls gewünscht, im Wasserkraftwerk Beznau, im Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen neben dem PSI. Und gern auch in den beiden Atomkraftwerken bis hinein in die Kommandozentrale. Die Katastrophe von Fukushima hat im Axporama Spuren hinterlassen. Früher war ein Modell des geplanten Ersatz-Kernkraftwerks Beznau III ausgestellt. An seiner Stelle lockt neu ein interaktives Relief Schweiz, das sich der nachhaltigen Energieversorgung in unserem Land widmet.