Von Churwalden nach Molinis geht diese Wanderung, durch charmante Walserdörfer und mit Aussicht auf Bergketten und das ferne Chur.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:

Ab Chur mit dem Lenzerheide-Bus bis Churwalden-Post. 
www.sbb.ch


Route
:

Churwalden-Post – Vargan/Büel – Fanülla – Runcalier – Usser Praden – Tschiertschen – Molinis – Station St. Peter – Molinis (Bahn).


Dauer:

5¼ Stunden. 730 Meter aufwärts, 810 Meter abwärts.


Wanderkarte:

248 T, Prättigau, 1:50 000.


Verpflegung:

«Edelweiss» in Tschiertschen
Tel. +41 (0)81 373 10 44  
www.edelweiss-tschiertschen.ch

«Postbeizli» in Molinis
Tel. +41 (0)81 374 12 17
www.postbeizli.ch



Doch, doch, man könne an Pfingsten in Tschiertschen einkehren, das «Edelweiss» habe offen, sagt der Mann von Schanfigg-Tourismus am Telefon. Gut so! Ich möchte nämlich nicht, dass es dem Nachwanderer so ergeht wie mir Vorwanderer im Spätherbst. Ich brach am frühen Vormittag in Churwalden auf, kam am Mittag in Tschiertschen an: Alles war geschlossen. Und später die Dorfbeiz von Molinis war es auch. Erst unten in Chur konnte ich etwas essen. Doch eben, nun ist alles anders, und wer in Churwalden startet, darf sich auf die Einkehr freuen.

Wer in Churwalden startet, darf sich auf die Einkehr freuen.

Die Wanderung beginnt bei der Bushaltestelle Post. Ein paar Schritte retour, und wir sehen den Wegweiser. Auf einem Strässchen geht es aus dem Ort und am Hang unter dem Churer Joch aufwärts. Die markante mittelalterliche Kirche am Eingang zu Churwalden, die wir von oben bald sehen und geniessen, ist die alte Klosterkirche St. Maria und Michael.

Fernsicht auf Chur

Die Sicht wird immer besser, während wir aufsteigen und im Gebiet Vargan/Büel den höchsten Punkt der Route erreichen, und irgendwann sind wir auch den Asphalt los.

Drei Bergketten fesseln durch ihre Schönheit: die des Stätzerhorns zur Linken – sie lassen wir allmählich hinter uns. Die des Calanda, ebenfalls zur Linken, die wir noch längere Zeit vor Augen haben. Und die des Hochwang über dem Schanfigg, auf welche Talschaft wir zuhalten.

Richtung Fanülla gehen wir abwärts, queren ein erstes Tobel; später, vor Praden, wird ein zweites, wilderes folgen. Überraschend der Anblick der Stadt Chur von Fanülla aus. Schliesslich zeigt sich Praden, das auf Rätoromanisch Prada heisst wie das Mode-Label. Genauer gesagt, langen wir im Ortsteil Usser Praden an. Nach einem Stück auf der Strasse biegen wir gleich wieder ab in den Hang.

Walserdorf mit Charme

Bald erreichen wir Tschiertschen – und ich muss den Ort und seine Nachbarn ein wenig preisen. Ganz abgesehen von den Gewaltsbergen rundum beeindrucken die geschwärzten Balken, aus denen in der Gegend die Häuser gebaut sind; diese Dörfer walserischen Ursprungs haben bäuerliches Gepräge. Gern verweilt man und liest den einen oder anderen Fassadenspruch.

Wie gesagt, im «Edelweiss» können wir uns stärken. Nach Molinis gelangen wir hernach auf zwei Wegen. Theoretisch. Denn in der Realität sind wir um diese Jahreszeit auf das Strässchen angewiesen, das aber nur schwach befahren ist. Der Fussweg via Gadenstett, der bald vom Strässchen abzweigt, ist laut Schanfigg-Tourismus in der Regel um Pfingsten noch gesperrt; man beachte die Schilder. Beide Varianten kommen kurz vor der Brücke wieder zusammen.

Wir können uns unten in Molinis für die Kurzstrapaze stärken.

Haben wir die Plessur, den Hauptfluss des Schanfiggs, überschritten, sind wir in Molinis. Dieses ist nicht normal, sozusagen. Alle anderen Dörfer im Schanfigg liegen hoch am Hang, leisten sich mehr Sonne, meiden die Flussniederung. Molinis aber, dessen Name mit dem deutschen «Mühle» verwandt ist, hockt im Talboden am Wasser. Wir müssen deshalb noch einmal eine Viertelstunde steil aufsteigen, bis wir die Station St. Peter-Molinis der Rhätischen Bahn erreichen. Immerhin können wir uns unten in Molinis für die Kurzstrapaze stärken. Auch das «Postbeizli» hat über Pfingsten offen.

Apropos Tschirtschen

Eine zweite, mit 4 Gehstunden mittellange Wanderung, die in Tschiertschen beginnt, diesem hübschen Walserdorf auf einer Terrasse hoch über der Plessur: Wir ziehen hinüber nach Arosa, auch eine Walsergründung. Freilich müssen wir sicherheitshalber noch etwas warten, bis auf 2000 m ü. M. der letzte Schnee weg ist.

Die Wanderung verläuft auf guten Wegen und Alpsträsschen, ist familientauglich und ungefährlich.

Von Tschiertschen steigen wir das Ruchtobel hinauf, das genau so aussieht, wie es sein Name verspricht, vollziehen danach im Gebiet Löser bei der Brücke über den Urdenbach eine Spitzkehre, und nun geht es hinauf zur Ochsenalp. Im einfachen Alprestaurant auf 1933 Metern können wir ab Mitte Juni einkehren
(Tel. 081 377 42 31). Nach der Stärkung wandern wir über Rot Tritt hinab nach Maran und weiter zum Bahnhof Arosa. Die Wanderung verläuft auf guten Wegen und Alpsträsschen, ist familientauglich und ungefährlich.

Ein historisches Aperçu: Oberhalb von Maran passieren wir nah den Prätschseen den sogenannten General-Guisan-Platz. An diesem Ort inspizierte der Kriegsgeneral der Schweiz am Nationalfeiertag des Jahres 1940 seine Truppen beim sportlichen Wettkampf. Am Abend wurde er mit einem prächtigen Kranz von Höhenfeuern überrascht – sozusagen die frühe Version der heutigen Lichtshow.