Ob mit Schiff, Zahnradbahn, Luftseilbahn, Gondel oder Bus: Die «Goldene Rundfahrt» von Luzern über Alpnachstad auf den Pilatus bietet Abwechslung – und eine atemberaubende Aussicht.

Vierwaldstättersee/Pilatus LU

Anreise:
Mit dem Zug nach Luzern. Die Schiffstation ist gleich beim Bahnhof.
www.sbb.ch


Goldene Rundfahrt:
1. Schiff Luzern - Alpnachstad; 2. Zahnradbahn Alpnachstad - Pilatus Kulm; 3. Luftseilbahn Pilatus Kulm - Fräkmüntegg; 4. Gondel Fräkmüntegg - Krienseregg - Kriens; 5. Bus Kriens - Luzern.


Aktivitäten:
Div. Wanderungen auf dem Pilatus Kulm (2132 Meter); zum Beispiel Tomlishorn (70 Min.), Drachenweg (Rundgang durch die Felsengalerie, 60 Min.) oder Esel (Rundpanorama, 20 Min.). Auf dem Fräkmüntegg (1416 Meter) Seilpark und längste Sommerrodelbahn der Schweiz. Krienseregg (1026 Meter): Restaurant mit grossem Kinderspielplatz.


Allgemeine Auskünfte:
Schifffahrt Luzern
Tel. +41 (0)41 367 67 67
www.lakelucerne.ch
Pilatus-Bahn
Tel. +41 (0)41 329 11 11
www.pilatus.ch

Sie lacht, die Japanerin, breitet ihre Arme aus, als wolle sie fliegen.

Ich drücke auf den Auslöser der Digitalkamera, die sie mir in die Hand gegeben hat. Halte die zierliche Frau für die Ewigkeit fest – auf dem Pilatus. Unter uns ein Nebelmeer, dicht und weiss wie Watte, am Horizont unzählige Berggipfel. «One more», ruft die Frau, noch ein Bild, und dann fliegt sie wieder, gibt sich dem Gefühl der Weite hin, das man hier oben hat, auf 2132 Metern über Meer.

Auch wenn das Fliegen über den Wolken lockt – es wäre schade, den Berg zu verlassen. Sind wir doch gerade erst angekommen. Aus dem Nebel aufgetaucht, mit der Pilatusbahn, der steilsten Zahnradbahn dieser Erde, überwältigt von einer Aussicht, die den Titel unserer Reise wahrlich zu unterstreichen vermag: «Goldene Rundfahrt». 

Zahnradbahn unterwegs an einem steilen Stück auf den Pilatus.
Steiler gehts nimmer: Unterwegs von Alpnachstad zum Pilatus.
Die Luftseilbahn hat die sonnige Fräkmüntegg schon fast erreicht.
Sanft schwebt die Luftseilbahn auf die Fräkmüntegg.
Panoramaterrasse Pilatus Kulm bei strahlendem Sonnenschein.
Von der Panoramaterrasse Pilatus Kulm schwebt die Luftseilbahn auf die
Fräkmüntegg.

Der richtige Tag 

Zu Beginn befürchten wir, die Reise könnte grau werden. Wolken hängen in Fetzen an den Bergen, als wir morgens in Luzern am Schiffsquai stehen und auf das Motorschiff warten, das uns nach Alpnachstad bringen soll.

Wir gleiten eine gute Stunde über den glatten grauen See, lassen unsere Blicke über Wiesen, Häuser und Gärten schweifen und immer wieder dorthin, wo der Pilatus wäre.

Ein kleines Mädchen, die Hände in die Hüfte gestemmt, bestaunt einen asiatischen Touristen, der mit Mundschutz im Schiffsrestaurant sitzt. Nebenan bauen drei Jünglinge Landschaften aus Gummibären.
Dann sind wir in Alpnachstad. Lassen uns an Land treiben, durch eine Unterführung, der Pilatusbahn entgegen. Die Polster des Bahnwagens sind rot und weich, und alsbald erfahren wir per Lautsprecher, dieser Wagen sei bereits seit 1937 in Betrieb. Worauf der englische Herr in unserem Abteil lächelt und bemerkt: «Dann haben wir ja denselben Jahrgang!» Dem Familienvater neben ihm ist es nicht ums Lachen. «Wir haben den falschen Tag gewählt», seufzt er, als uns der Nebel immer dichter einhüllt, je weiter wir mit der roten Zahnradbahn den steilen Berg empor kriechen.

Doch er soll nicht recht behalten. Plötzlich, nach dem letzten Tunnel, dort, wo die Strecke fast beängstigend steil ist, bricht die Sonne durch den Nebel.

Pilatus Kulm, wir steigen aus, entschliessen uns zu einer gut halbstündigen Wanderung aufs Tomlishorn und kommen an Hackbrettspielern, wartenden Gleitschirmpiloten und der fliegenden Japanerin vorbei. Der Weg ist gesäumt von farbenprächtigen Alpenblumen. Plötzlich habe ich das Gefühl, jemand starre mich an. Ich blicke die Felswand empor und entdecke auf einem kleinen Vorsprung eine Gämse, die uns betrachtet.

Fast wie fliegen

Eine halbe Stunde später sitzen wir auf dem Grat des Tomlishorns und geniessen Panorama und Picknick. Die Dohlen hüpfen auf und ab, legen ihre Köpfe schräg, betteln um ein paar Krümel Brot. Dann breiten sie ihre Flügel aus – und fliegen los.
Auch unsere Talfahrt ist fliegend. Wenn nicht mit Flügeln, so doch mit der Luftseilbahn, die uns, an mächtigen Felswänden vorbei, auf die andere Seite des Berges bringt. Auf der Fräkmüntegg, wo es einen Seilpark und die längste Sommer-Rodelbahn der Schweiz gibt, steigen wir in Gondeln um, die uns in beschaulichem Tempo nach Kriens bringen. Schöner wäre nur selber fliegen.