Die stiebenden Wassermassen bewundern, im Seilpark durch die Lüfte sausen und auf Schloss Laufen in die Geschichte eintauchen: Der Rheinfall in Neuhausen bietet Ausflüglern ein unvergessliches Erlebnis.

Rheinfall Neuhausen, SH

Anreise:
Mit ÖV: Mit dem Zug ab HB Zürich bis Bahnhof «Neuhausen Rheinfall», ab Winterthur bis Bahnhof «Schloss Laufen».
www.sbb.ch

Mit dem Auto:
Auf der A 4 Richtung Schaffhausen, Ausfahrt «Dachsen/Rheinfall», Beschilderung folgen. PP am nördlichen Ufer (Schloss Laufen) gratis.

Adventure Park Rheinfall:
15 Routen von 10 bis 40 Minuten Dauer in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
www.ap-rheinfall.ch

Rheinfall-Erlebnis Schloss Laufen:
Historama, Pano­ramaweg und Zutritt zu den Aussichtsplattformen.
www.schlosslaufen.ch

Schloss Laufen:
Ver­schiedene Restaurants, Bankettsäle, Ritterbrunch jeweils am Sonntag.
www.schlosslaufen.ch

Allgemeine Auskünfte:
Schaffhauserland Tourismus, Tel. +41 (0)52 632 40 20
www.schaffhauserland.ch

Vierzig Meter über dem Boden – das entspricht etwa einem Haus mit 15 Stockwerken. Also ganz schön hoch. Wer sich traut, aus dieser Höhe an einem Seil in die Tiefe zu sausen, braucht starke Nerven. «460 Meter lang ist der Panorama-­Express und damit die längste Seilbahn in einem Schweizer Seilpark», erklärt Gaby Obrist, die seit sieben Jahren zusammen mit ihrem Mann und einem eingespielten Team den Adventure Park Rheinfall in Neuhausen SH betreibt.

Und dabei ‹fräst› man mit 50 Stundenkilometern talwärts.

Doch als ob das nicht schon berauschend genug wäre: «Während der knappen Minute, in der man dem Ziel entgegenfliegt, bietet sich eine umwerfende Aussicht auf den Rheinfall», schwärmt Gaby Obrist. Wer schwindelfrei ist, kann hier also was erleben. Fliegendes Trapez oder rasende Leiter? Knifflige Zweiseilbrücke oder schnelle Seilbahn? Schussfahrt ins Netz oder Sprung vom Abseilgerät ­Powerfan? Bei den 15 verschiedenen Routen ist für jeden etwas dabei. Und: «Für Kinder ab vier bis sieben Jahren gibt es zwei Kids­parcours. Hier können die Kleinen gut gesichert ihre ersten Seilparkerfahrungen sammeln», erklärt Gaby Obrist.

Ein Knabe hängt an einem Seil und schwingt sich durch den Wald.
Im Seilpark fliegen die Besucher an den Wassermassen vorbei.
Aufgehängte Bilder eines Wasserfalls
Der Rheinfall im Wandel der Zeit: Im Historama auf Schloss Laufen ist Geschichtliches anschaulich aufbereitet.

Aber auch weniger Mutige kommen im flächenmässig grössten Waldseilpark der Schweiz nicht zu kurz. Wer nicht klettern möchte, macht einen gemütlichen Spaziergang durch das lichte Wäldchen und beobachtet all die grossen und kleinen Tarzane vom Boden aus. Und zwischendurch erhascht man immer mal wieder einen Blick auf das wild stiebende Wasser des Rheinfalls.

Weit über eine  Million Besucherinnen und Besucher zieht der grösste Wasserfall Europas alljährlich an.

Kein Wunder: Durchschnittlich donnern im Sommer 600 000 Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe – ein eindrück­liches Schauspiel. Auf dem Rheinfallfelsen inmitten der Wassermassen ist dies besonders intensiv zu erleben. Erreichbar ist der Aussichtspunkt nur per Schiff. Aber keine Sorge: Die erfahrenen Kapitäne vom «Rhyfall-Mändli» manövrieren die Fährboote geschickt durch die tosenden Wassermassen. Früher sassen für die Überfahrt noch zwei Mann an den Rudern, bei höherem Wasserstand sogar deren drei. Heute geht es natürlich motorisiert zur Anlegestelle am Fusse des Felsens oder zu einer Rundfahrt durchs Rheinfallbecken. Wer es ganz genau wissen will, macht eine Audio-Guide-Tour und erfährt so nicht nur, was er vor 500, sondern auch vor 15 000 Jahren gesehen hätte.

Schlemmen im Schloss

Kaum zu glauben, dass dieses einmalige Naturwunder einst hätte beseitigt werden sollen, um Überschwemmungen und Verwüstungen in den Griff zu bekommen. Ein schnurgerader Stollen unter dem Schloss Laufen hindurch sollte die Wassermassen bändigen. Die Idee des Ingenieurs J. J. Weibel im Jahr 1821 fand allerdings kein Gehör und wurde – zum Glück – nie umgesetzt. 

Diese und weitere spannende Geschichten rund um den Rheinfall sind im Historama im Schloss Laufen dokumentiert. Und natürlich bietet das Schloss, das seit dem Jahr 858 auf einem Felssporn über dem Rheinfall thront, heute wie wohl auch früher einige kulinarische Highlights. Den Ritterbrunch beispielsweise, der jeweils sonntags im eleganten Rittersaal aufgetischt wird. Da lässt sich so richtig schön schlemmen – und ein feines Dessert auf der Terrasse aus der schlosseigenen Konditorei darf natürlich auch nicht fehlen!