Das neue Reka-Feriendorf in Blatten-Belalp wird fast ausschliesslich durch Solarenergie versorgt. Kein Wunder, scheint doch an der Walliser Südflanke des Rhonetals die Sonne an 300 Tagen pro Jahr.

Reka-Feriendorf, Blatten-Belap VS

Anreise: 
Mit dem Zug bis Brig, weiter mit dem Postauto nach Blatten. 
www.sbb.ch


Reka-Feriendorf Blatten-Belalp:
Im Reka-Feriendorf gibt es ein Hallenbad mit Kinderplanschbecken, Spielzimmer, Jugendräume, eine Bibliothek, Waschküche und einen Mietservice für Babyartikel.


Aletschgletscher:
Luftseilbahn bis Belalp, halbstündiger Spaziergang zum Aletschbord.


Freizeitangebote für Familien:
Minigolfanlage, Streichelzoo, Planschsee und Seilpark. Kinderwagengerechte Wanderwege, Feuerstellen.


Allgemeine Auskünfte:
Tel. +41 (0)31 329 66 99
www.reka.ch

Jared kann den Gletscher nicht entdecken. Mein Sohn steht beim Gasthaus Belalp. Sein Blick sucht die Walliser Bergwelt ab. Jayun, 10, stellt sich hinter ihn. «Hast du Tomaten auf den Augen?», sagt sie und zeigt auf die schneebedeckte Eiszunge in der Ferne. «Dort hinten ist er doch.» Jared, 10, schüttelt ungläubig den Kopf. «Wie ist das möglich?», sagt er. «Der Gletscher müsste bis hier hinunter zum Gasthaus reichen. Das habe ich auf einem Bild gesehen.»

Das Bild, das mein Sohn in einem Prospekt entdeckt hatte, ist über 100 Jahre alt. Das erkläre ich ihm später beim Zvieri. Und noch vieles mehr. Meine Freundin Su, 46, und ich erzählen vom Aletschgletscher, der sich jährlich zwischen 30 und 75 Meter zurückzieht. Von der Klimaerwärmung, die das Eis zum Schmelzen bringt. Von schädlichen Gasen, mit denen wir Menschen etwa beim Autofahren oder beim Heizen die Umwelt belasten.

Ein Kind spielt mit einem kleinen Wagen im Spielzimmer.
Kinderparadies: Spielzimmer im Reka-Dorf.
Gebäude umgeben von verschneiten Bergen.
Hotel Belalp mit Aletschgletscher.
Holzgebäude im Schnee.
Hier sind Familien willkommen: Reka-Feriendorf Blatten-Belalp.

Wissensdurstige Kinder

Was als gewöhnlicher Wochenendausflug ins Wallis gedacht war, wird für unsere Kinder Jared, Jayun, Jia, 4, und Fay, 9, nebenbei zu einer Lektion in Sachen Ökologie. Seit unserer Ankunft löchern sie uns mit Fragen. Schuld an ihrer Neugier ist die Feriensiedlung der Schweizer Reisekasse Reka in Blatten-Belalp, in der wir untergebracht sind.

Hier ist das Thema Energie überall präsent. Die Anlage mit 50 Ferienwohnungen wird fast ausschliesslich durch Sonnenenergie versorgt.

«Wie geht das?», wollte meine Tochter Fay schon tags zuvor auf der Anreise wissen. Ich erzählte von der Sonne, die hier an der Walliser Südflanke des Rhonetals an 300 Tagen pro Jahr scheint. «Sie steckt voller Energie, du spürst sie als Wärme auf deiner Haut», sagte ich. «Die Sonnenkollektoren auf den Hausdächern des Feriendorfes sammeln diese Energie und produzieren daraus Strom und Warmwasser.» An dieses Gespräch erinnern sich die Kinder jetzt, da wir über die Gletscherschmelze diskutieren. «Eigentlich müssten viel mehr Menschen die Sonnenenergie nützen», kombiniert Jayun. «So könnten wir die Gletscher schützen.»

Zwei Jungen spielen mit aufblasbaren Ballen im Wasser.
Hallenbad zum Planschen für Klein und Gross.

Billard und Badeplausch

Im Feriendorf interessieren andere Dinge. Die Kinder wollen zum Billardspielen in den Jugendraum und nehmen uns das Versprechen ab, sie später noch Ausflug ins Hallenbad zu begleiten. Mit lautem Schmatzen fällt die Tür ins Schloss. Es herrscht Ruhe in der Wohnung. Su und ich setzen uns auf den grossen Balkon. Wir strecken das Gesicht in die Sonne, betrachten das Bergpanorama und lauschen dem Plätschern eines Baches. In dieser Idylle lässt es sich leben, denke ich. Als die Kinder zwei Stunden später zurückkommen, haben sie neue Fragen parat. Zum Beispiel diese: Auf den Dächern liegt Schnee, wie können die Sonnenkollektoren da aus der Sonne Strom und Warmwasser produzieren? Ich greife zur Reka-Broschüre und beginne zu erzählen. Von den Sonden, die weit unter der Erde liegen und ähnlich funktionieren wie Batterien. Sie speichern die Energie, welche die Sonnenkollektoren im Sommer produziert haben. So ziehen die drei Tage dahin. Wir spielen, baden, diskutieren. Es kommt Wehmut auf, als wir uns auf die Heimfahrt machen. Und Freude, als mir bewusst wird, was die Kinder in diesen Tagen spielend gelernt haben. «Ab sofort lösche ich in meinem Zimmer immer das Licht», sagt Jared. «Wir müssen Strom sparen.»