In den familiären Nidwaldner Wintersportgebieten Klewenalp und Bannalp gibts weder Rummel noch Platznot. Stattdessen einladende weisse Hänge, gemütliche Beizli und erholsame Entschleunigung.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Die Ski­gebiete der Klewen- und Bannalp sind aus den Regionen Basel, Zürich und Bern in wenig mehr als einer Stunde erreichbar.
www.sbb.ch

Seilbahn Klewenalp: 
Tel. +41 (0)41 624 66 00 
www.klewenalp.ch

Seilbahn Bannalp:

Tel. +41 (0)41 628 16 33
www.bannalp.ch

Vermietung Schneesport­geräte:

Arena Station, Klewenalp
Tel. +41 (0)41 620 03 16 
www.arena-sport.ch

Verpflegung Klewenalp: 

Alpstubli
Tel. +41 (0)41 620 31 44 
www.alpstubli-klewenalp.ch 

Tipidorf
Tel. +41 (0)79 643 23 75
www.tipi-dorf.ch

Berggasthaus Panorama
Tel. +41 (0)41 620 29 22 
www.klewenalp.ch 

Berggasthaus Tannibüel
Tel. +41 (0)41 620 12 18 
www.tannibuel.ch

Verpflegung Bannalp:
Berggasthaus Urnerstaffel
Tel. +41 (0)41 628 15 75 
www.urnerstaffel.com

Hotel Seerausch
Tel. +41 (0)41 501 01 31
www.seerausch.ch

Allgemeine Auskünfte:

Nidwalden Tourismus
Tel. +41 (0)41 610 88 33
www.nidwalden.com

Niemand rast und drängelt, alle stemmen gelassen ihre Bögen und kosten die 45 Pistenkilometer der Nidwaldner Klewenalp aus. Hier oben, spüre ich, gibt es keine Übereifrigen, die sich und Sportkollegen etwas beweisen müssen. Schnell ist nur die ­Luftseilbahn, die einen in sechs Minuten von Beckenried am Vierwaldstättersee auf 1600 Meter über Meer bringt. «Jedermann hat die Uhr, wir ­haben die Zeit», habe ich beim Aussteigen an einer Hausfassade gelesen, und «bis zu 4000 Be­sucher täglich beherzigen dieses Motto», sagt Josef Lussi, der Prä­sident von Nidwalden Tourismus.

Günstig und schneesicher

Rummel, den diese Zahl ver­muten lässt, existiert nirgends am Fusse des Schwalmis und des Risetenstocks. «Das Gelände ist weit und bringt niemanden in Platznot», versichert Lussi, der als Kommandant eines­Gebirgsfüsilierbataillons die Geografie wie seine Hosen­tasche kennt. Zudem, weiss er, nehmen alle vor Ort Rücksicht aufein­ander. «Die Leute sind auf ­Brettern unterwegs, haben aber keine vor dem Kopf. Deshalb sind bei uns Familien ideal aufgehoben.»

Die Klewenalp, von der aus Abfahrer fast konstant Seesicht haben, ist bis zum Saisonschluss schneesicher.

Stimmig ist auch der Preisrahmen. Die Parkplätze bei der Talstation der Luftseilbahn sind gratis, eine Tageskarte ins Vergnügen kostet 51 Franken für Erwachsene und 25 Franken für Kinder. Für Clans und Gruppen hat der Tourismusverein günstige Ar­rangements im Angebot. Dort erfährt man auch Details zur mit neun Kilometer längsten Schlittelpiste der Zentralschweiz und zu Spektakulärem wie dem Hornschlittenrennen, das am 10. März 2018 zum 22. Mal stattfindet.

Die Klewenalp, von der aus Abfahrer fast konstant Seesicht haben, ist bis zum Saisonschluss schneesicher, denn ihre 14 Anlagen liegen fernab der besonntesten Hänge. Und die letzte Lage Weiss ist noch lange nicht gefallen. «Der Südwestwind nimmt, der Nordwestwind bringt – und letzterer ist vorherrschend», sagt Lussi, der mich mit einem Raupenfahrzeug durchs gleissende Eldorado kutschiert. 

Eine Skipiste, im Hintergrund Berge und blauer Himmel.
Das Nachbarskigebiet Bannalp.
Ein Schlittler im Sprung.
Schlitteln auf der längsten Schlittelpiste der Zentralschweiz.
Eine Gondel, die in der Dämmerung fährt.
Die Seilbahn Klewenalp im zauberhaften Abendlicht.

Vielleicht, denke ich, treffen wir auf die Skirennfahrerin Carole Bissig, die in Beckenried heimisch ist. Und ich frage mich, wieso der Filmer Fredi Murer, der aus dem gleichen Dorf stammt, nicht längst eine Hommage an den winterlichen Hotspot gedreht hat.

Den kulinarischen Exkurs beende ich abends im Restaurant Panorama mit Nidwaldner Bratkäse, den ich mir am Tisch selber zubereiten darf.

Acht Anlaufstellen habe ich, um aufkommenden Hunger zu stillen. Ich entscheide mich für Lussis «Alpstubli» und Hacktätschli mit Fleisch von Angusrindern, die ein naher Bauer aufzieht. Dazu trinke ich Orangenmost, laut meinem Begleiter «eine hiesige Unverzichtbarkeit». Zum schnapsigen «Huiskafi» fahren wir danach in die Einöde des Ober-Biel, wo das Original Sepp «Silbi» Käslin, ein selbst bei tiefen Minus­graden heimeliges Tipidorf bewirtschaftet und einen Kuhstall, den er seit 15 Jahren jeden Winter zu einem «Stubli» umfunktioniert. Sein Übername, sagt Käslin, rühre daher, dass er ­auf seine Ski früher nur Silberwachs aufgetragen habe. Und sein Gaden ist schweizweit garantiert der einzige, der mit ­Perserteppichen ausgelegt ist. Den kulinarischen Exkurs beende ich abends im Restaurant Panorama mit Nidwaldner Bratkäse, den ich mir am Tisch selber zubereiten darf.

Einsam Spuren ziehen

Nach einer Nacht im «Seerausch», Beckenrieds grösstem Hotel, bin ich auf der Bannalp hoch über dem Engelberger Tal, wo man bloss den Wind und den eigenen Atem hört. Tourenfahrer ziehen hier Spuren und andere Solisten, denen Urs Waser, Schneeschuhe vermietet. «Wer hier unterwegs ist, weiss, wie erholsam Entschleunigung ist», sagt der Betriebsleiter der Luftseilbahn Fell-Chrüzhütte. Er und sein einstiger Schulkollege Jean-Pierre Bissig, der in vierter Generation im Berghaus Urnerstaffel wirtet, gehören nebst Gämsen und Schneehasen zum wenigen unter den Bietstöcken und dem nahen Brisen, was Puls hat. Gelegentlich aber finden selbst Prominente dorthin, Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger etwa oder Kabarettist Fabian Unteregger. «Wunderschön eben, unsere Heimat», sagt Bissig – «wie die Einheimischen», fügt er bei und streichelt seinen sympathischen Glatzkopf.

Skifahrer fahren hintereinander den Berg hinunter.
Im Stemmbogen gehts gemächlich bergab.