Von der Erlebnisgondelfahrt übers Milchkannen-Memory und Steinstossen bis zum Murmeli-Trail: Ein Ausflug aufs Leiterli macht Gross und Klein heiter.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Mit dem Auto: Von Bern kommend auf der A 6 Richtung Thun. Ausfahrt Wimmis/Zweisimmen, dann weiter auf der Simmentalstrasse Richtung Lenk. 
ÖV: Mit dem RegioExpress Lötschberger ab Bern stündlich nach Zweisimmen, dann umsteigen auf den Regionalzug nach Lenk.
www.sbb.ch 

Öffnungszeiten:
Die Erlebnisgondel-Bahn ist bis 21. Oktober in Betrieb; erste Bergfahrt ab Lenk um 8.30 Uhr, letzte Talfahrt ab Leiterli um 17 Uhr.

Ausrüstung:
Bequeme Schuhe, Sonnenschutz.

Preise Gondelfahrt:
Lenk–Leiterli retour Erwachsene mit Halbtax 27 Fr., Kinder bis 15 Jahre 12 Fr., Familienaktion für Eltern und ihre Kinder (bis 18 Jahren), 67 Fr. 

Allgemeine Auskünfte:
Tel. +41 (0)33 736 30 30
www.lenkbergbahnen.ch 

Nein, diese Gondel nehmen wir nicht und die nächste auch nicht. Wir sind heikel, und das aus gutem Grund. Denn die Kinder Simona, 8, und Leo 6, und wir zwei Erwachsenen warten auf eine der zwölf Erlebnisgondeln, die auf das Leiterli führen. Je vier Gondeln sind nach der Ziege Flöckli, der Kuh Mona und dem Murmeltier Moritz benannt. «Da kommt sie», ruft Simona und tatsächlich, Flöckli nähert sich. Wir besteigen die urchig eingerichtete Gondel, und schon vernehmen wir über die Lautsprecher die Stimme von Flöckli. Sie sei keine «dumme Geiss», sondern eine lustige und kluge Ziege. Während der Fahrt erzählt sie viel Wissenswertes, und die Kinder lauschen gespannt, um ja nichts zu verpassen.

Wir sollen den Alpenblumenweg besuchen – aber bitte nichts fressen! Den Murmeli-Pfad ablaufen und bei der Alp-Steinstoss leckeren Ziegenkäse kaufen.

Zum Beispiel, dass Ziegen den Schafen haushoch überlegen sind, weil sie Klettermeisterinnen und wahre Überlebenskünstlerinnen sind, die nicht nur in den kargen Bergen, sondern auch in Wüsten leben können. «Was? In der Wüste?», sagt Leo und staunt. Vor allem aber gibt uns Flöckli gute Tipps. Wir sollen den Alpenblumenweg besuchen – aber bitte nichts fressen! Den Murmeli-Pfad ablaufen und bei der Alp-Steinstoss leckeren Ziegenkäse kaufen. Wir merken uns alles, obwohl die Kinder Zweifel haben, ob ihnen der Käse schmecken wird. Ganz zum Schluss der 20-minütigen Fahrt wird die sympathische Flöckli sogar noch philosophisch und meint: «Und dänked dra, meckered, wenn eu öppis ned passt!»

Klar doch, aber oben auf dem Leiterli angekommen, gibt es nichts zu meckern. Wir Erwachsenen geniessen die grandiose Sicht über das Wildhorn und das Wildstrubelmassiv mit dem Gletscherhorn, während sich die Kinder vor allem für den tollen Alp-Spielplatz beim Restaurant Leiterli begeistern. Hier üben wir uns alle im Milchkannen-Memory, bei dem die Kleinen die Grossen um Längen schlagen.

Zwei Menschen mit Wanderstöcken laufen über eine Blumenwiese.
Der Alpenblumenweg ist ein lehrreiches Erlebnis.
Eine Frau und vier Kinder in einer Gondel.
Die Familie im Gondeli hat ihren Spass an Ziege Flöcklis Erzählungen.
Zwei Kinder stehen vor Tafeln, die an einem Holz-Zaun befestigt sind.
Der Murmeli-Trail.

Ein paar Meter weiter beginnt der Alpenblumenweg, der in bunten Farben blüht und auf dem wir Enzian und Arnika entdecken. Die Kinder finden die Blumen allerdings nicht spannend, und so biegen wir kurze Zeit später in den Alprundweg Leiterli ein, wo uns an zwölf Stationen Natur und Geschichte der Gegend erklärt werden. So erfahren wir von den Schwefelquellen der Lenk, von der geschützten Moorlandschaft Haslerberg und von mutigen Frauen und Kindern, die in dieser Gegend vor 500 Jahren gelebt haben. Während die Männer im Krieg waren, hatten die Walliser ihr Vieh gestohlen. Im Schutz der Nacht machten sich die Frauen mit den Kindern auf, um die Tiere zurückzuholen. Zur Täuschung läuteten die Kinder so lange die Kuhglocken, bis das Vieh wieder in Sicherheit war. Leo und Simona sind beeindruckt.

Wandern und werfen

Etwas weiter kommen wir zum Posten Alp Steinstoss, der nicht von ungefähr so heisst. Drei Steine stehen zum Stossen bereit, der kleinste wiegt 12 Kilo. Simona und Leo werfen ihn zusammen. Er kommt 35 cm weit … Hurra! Das Wandern und Werfen macht hungrig, und wir kehren im Alpbeizli ein und stärken uns mit hausgemachtem Käse und Brot.

Der Erlebnispfad ist drei Kilometer lang und gibt auf spielerische Weise Auskunft über die kleinen Bergbewohner und ihre Umwelt.

Wer lieber bräteln möchte, findet eine Feuerstelle am Tuftiseeli entlang dem Murmeli-Trail, auf den wir uns nach dem Zvieri aufmachen. Der Erlebnispfad ist drei Kilometer lang und gibt auf spielerische Weise Auskunft über die kleinen Bergbewohner und ihre Umwelt. Wir balancieren über eine Brücke aus Holzstämmen und suchen mit dem Feldstecher nach Murmeltieren und ihren Feinden – den Adlern. Die Zeit vergeht wie im Flug, und schon sind wir bei der Mittel­station Stoos angelangt. Hier gehts mit der Murmeli-Gondel Moritz zurück. 

Ein Spielplatz auf einem Berg.
Der Spielplatz ist ein Kinderparadies.
Kinder beim Schiefern an einem See.
Das Tuftiseeli.