Wer gern schlittelt, kommt hier auf seine Kosten. In Melchsee-Frutt befindet sich der längste Schlittelweg der Zentralschweiz.

Das Wichtigste im Überblick

Anreise:
Mit dem Zug nach Sarnen und von dort weiter mit dem Postauto nach Stöckalp.
www.sbb.ch
Für Autofahrer hat es auf der Stöckalp gebührenpflichtige Parkplätze.

Schlittelweg Melchsee-Frutt:
8 Kilometer langer Weg mit rund 800 Meter Höhendifferenz von Melchsee-Frutt nach Stöckalp. 
Tel. +41 (0)41 669 70 60 (Reservation empfehlenswert )

Einkaufen:
Werni’s Chäshüttli
Tel. +41 (0)41 669 13 22
www.bergmatt.ch

Allgemeine Auskünfte: 
Sportbahnen und Tourismusverein Melchsee-Frutt
Tel. +41 (0)41 669 70 60
www.melchsee-frutt.ch 

Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau. Ich sitze auf der Terrasse des Hotels Frutt Lodge & Spa, geniesse die Bergwelt und ein Glas Wein. Auf dem gefrorenen Melchsee versuchen sich zwei Männer im Eisfischen, als meine Freunde zum Aufbruch mahnen. Wir wollen den prächtigen Wintertag mit einer Schussfahrt beenden. Wollen auf Schlitten ins Tal jagen, auf dem längsten Schlittelweg der Zentralschweiz. 

8 Kilometer ist er lang. 4 Stunden vorher trug die Gondelbahn unsere 5er-Gruppe von der Stöckalp auf Melchsee-Frutt auf 1920 m ü. M. Als ich aus der Gondel stieg, stockte mir einen Moment lang der Atem ob der prächtigen Berglandschaft. Bereits 1865 wurden hier oben erste Luftkuren angeboten. Gäste aus Zürich und Genf kamen. Aber auch Touristen aus dem fernen Paris und England wollten ihrer Gesundheit Gutes tun auf dem heute autofreien Hochplateau.

70 Jahre später, 1935, nahm in Melchsee-Frutt die damals längste Luftseilbahn der Schweiz ihren Betrieb auf. 3500 Meter lang war sie. Weniger rekordverdächtig war ihre Kapazität: Die 2 Kabinen konnten lediglich je 4 Personen transportieren. Heute ist alles grösser und schneller: Mit der neuen 15er-Gondelbahn beträgt die Fahrzeit nur noch 11 Minuten. Pro Stunde können so über 1300 Menschen auf den Berg hinaufgefahren werden.

8 Kilometer lang ist der Schlittelweg.

Sie übernachten unter anderem im «Frutt Lodge & Spa». Der «Bunker» aus Beton gefällt zwar nicht allen. Auf der Sonnenterrasse ist an diesem Nachmittag trotzdem nur selten ein freier Platz zu finden.  

Mit der Gondel werden die Gäste auf Melchsee-Frutt gefahren.
Pro Stunde können über 1300 Menschen auf Melchsee-Frutt gefahren werden.
Eine genussvolle Pause auf der Terrasse des Hotels Frutt Lodge & Spa.
Genussvolle Schlittelpause – auf der Terrasse des Hotels Frutt Lodge & Spa.
Das Hotel Frutt Lodge & Spa bei Nacht
Das Hotel Frutt Lodge & Spa wurde vor zwei Jahren neu gebaut.

Gut: Rodel und Helm 

Allein sind wir auch am späteren Nachmittag nicht, als wir uns zum Schlittelweg begeben. Dort wartet ein rasantes Erlebnis auf uns. In Melchsee-Frutt fahren Schlittler, Snowboarder und Skifahrer abschnittweise auf der gleichen Piste. Konzentration und Vorsicht ist gefragt. Gut, dass ich einen Helm trage. Und noch besser, dass sich mein gemieteter Rodel mit seinen schrägen Kufen und mittels Steuerseil und Gewichtsverlagerung präziser lenken lässt als ein Davoser Schlitten. Und weil ich statt auf Holzlatten auf einem Sitzpolster sitze, ist die Fahrt ins Tal auch für meinen Allerwertesten bequem. Der Schlittelweg schlängelt sich kurvenreich ins Tal, vorbei an der mächtigen Felswand des 2313 m ü. M. hohen Haupts. Wanderpapst Thomas Widmer schwärmte einst über diese Felskomposition: «Sie ist bestes Geologiekino. In grauer Vorzeit haben die Kräfte der Gebirgsfaltung den Stein so souverän gebogen, gepresst, geformt, als sei er aus Plastilin.» Mutig schiesse ich durch die Kurven, bis der Rodel mich abwirft und ich auf einem Schneehaufen lande. Ich bin zwar nicht aus Plastilin, passiert ist mir trotzdem nichts. Vor der letzten Schussfahrt zur Talstation auf der Stöckalp wärmen sich meine Freunde und ich im Älpli-Hüttli Cheselen auf. Wir trinken Kaffee und essen die besten Nussgipfel weit und breit. Unvergesslich bleibt dieser Schlittentag aber auch, weil ich bei Werni von Rotz im Chäshüttli bei der Talstation noch ein weiteres kulinarisches Andenken kaufe: ein Stück Bergmatter Alpkäse.